#Success Story: Satellitendaten zeigen, wie es Europa geht

Das europäische Monitoring-Dashboard RACE visualisiert anhand von Satellitendaten, wie sich die Corona-Maßnahmen auf Europas Umwelt auswirken.

Am 5. Juni 2020 hat die Europäische Kommission gemeinsam mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA ein neues Internet-Dashboard vorgestellt: RACE (https://race.esa.int) gibt Aufschluss darüber, welche Effekte die Corona-Maßnahmen auf die Umwelt und das Wirtschaftsleben in Europa hatten und haben, gleichzeitig monitort die Website die Auswirkungen der Lockerungsphase. Programmiert wurde die Website von der Wiener EOX IT Services GmbH, die auf die Auswertung von Geo- und Satellitendaten spezialisiert ist.

Vergleich der Stickstoffwerte vor und nach Corona (Jänner - Mai).

 

RACE steht für „Rapid Action Coronavirus Earth observation” und visualisiert anhand verschiedener Indikatoren unter anderem die Luftgüte rund um den Globus, die Wasserqualität der oberen Adria, aber auch punktuell landwirtschaftliche Aktivitäten oder die Auslastung von industriellen Freilagern und gewerblichen Großparkplätzen in ausgewählten Regionen Europas. „Einzigartige Daten aus dem Weltraum sind entscheidend für die Unterstützung des Krisenmanagements während der Coronavirus-Pandemie“, sagt Josef Aschbacher, der aus Österreich stammende Direktor des Erdbeobachtungsprogrammes der ESA.

Ein Dashboard Made in Austria

Programmiert wurde das RACE-Dashboard im Auftrag von ESA und EU-Kommission von der Wiener EOX IT Services GmbH in nur vier Wochen. Das 2008 gegründete Unternehmen ist auf Services und Lösungen im Gebiet von Geo- und Satellitendaten spezialisiert und agiert als Technologiepartner in europäischen Erd- und Umwelt-Beobachtungsprogrammen, wie Copernicus. „Im RACE-Dashboard integrieren wir aussagekräftige Daten, die andere Teams aufbereitet haben“, sagt EOX-Geschäftsführer Gerhard Triebnig. „Unsere Aufgabe war es, diese Daten interaktiv zu visualisieren. Da das Material so vielgestaltig ist – darunter Satellitenbilder, tabellarische Daten, Punktdaten usw. – war es nicht so einfach, das zusammenzuführen,“ erzählt Triebnig. „Aber es ist nicht das erste Mal, dass wir so eine Seite bauen – und nur deshalb konnten wir das Dashboard in so kurzer Zeit realisieren. Auch die Serverarchitektur musste auf den erwarteten Ansturm abgestimmt werden. Allein in den ersten 24 Stunden gab es 54.000 User-Zugriffe mit insgesamt 1,4 Mio. Page-Views auf das Dashboard.

Über geförderte Projekte zur europäischen Fixgröße

Die EOX IT Services GmbH wurde in ihren Innovationsprojekten von Beginn an von der FFG unterstützt – anfangs schwerpunktmäßig durch das österreichische Weltraumprogramm ASAP, später und gegenwärtig hauptsächlich in ESA-Programmen. „Wir sind heute noch eine sehr forschungsintensive Firma mit einem Forschungsanteil von etwa 15 %“, sagt Gerhard Triebnig. „Die Firmengründung 2008 wurde überhaupt erst durch ein FFG-Startprojekt und ESA-Technologieförderung ermöglicht. Bei unserem Portfolioaufbau sind wir in der Folge ebenfalls durch die Agentur für Luft- und Raumfahrt in der FFG und durch die ESA unterstützt worden. Außerdem haben wir als Experten für die Auswertung von Geo- und Satellitendaten sehr davon profitiert, dass die Erdbeobachtung ein Schwerpunktthema der österreichischen Weltraumpolitik war und ist.“ Heute ist EOX eine europäische Fixgröße im Bodensegment der Erdbeobachtung, d. h. bei der Software für die Auswertung und Aufbereitung der gigantischen Datenmassen aus europäischen Satellitenprogrammen.

Das Team der EOX GmbH.

 

RACE unterstützt Neu-Ausrichtung der EU-Wirtschaft

Wie geht es nun weiter mit dem RACE-Dashboard? – Zum einen werden in den kommenden Monaten die NASA und die japanischen Weltraumagentur JAXA Daten beisteuern, um die Auswirkung der Corona-Maßnahmen auf unseren Planeten auch im globalen Maßstab abbilden zu können. Zum anderen soll das RACE-Dashboard die Effekte der wirtschaftlichen Erholung Europas monitoren und es damit besser ermöglichen, gezielt in diese Phase einzugreifen. In weiterer Folge könnte RACE laut Thierry Breton, dem EU-Kommissar für den Binnenmarkt, auch dafür eingesetzt werden, die Neu-Orientierung der europäischen Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu unterstützen.