Urbane Herausforderungen >> "SRIA 2.0" bündelt europäische Forschung

Die Joint Programming Initiative (JPI) Urban Europe präsentierte ihre aktualisierte Forschungs- und Innovationsagenda.

Geplante Forschungsschwerpunkte sowie zentrale Umsetzungsmaßnahmen bis 2026 sind in der neuen Agenda "SRIA 2.0" abgebildet und wurden bei der JPI Urban Europe Konferenz "Urban Transitioning – A Joint Adventure" am 12. Februar 2019 im Europäischen Ausschuss der Regionen vorgestellt.


Margit Noll (links; FFG/Chair of the Management Board JPI Urban Europe) bei der JPI Urban Europe Konferenz.

Zentrales Ziel der "SRIA 2.0" ist es, Expertise und Kapazitäten für urbane Transformationen nachhaltig auszubauen und damit Städte und urbane Akteure in der Umsetzung ihrer Strategien zu unterstützen. JPI Urban Europe forciert daher Forschung und Innovation zu aktuellen Herausforderungen der Städte.

Diese Herausforderungen gehen oft mit Konflikten oder sogenannten Dilemmas einher, die durch teilweise gegensätzliche urbane Ziele, Strategien oder Interessen verursacht werden, sagt Mari Solerød, amtierende Vorsitzende von JPI Urban Europe. Innovation ist gefordert, um diese Konflikte nachhaltig zu lösen und die Nachhaltigkeitsziele der Städte zu erreichen. Vier Schwerpunkte wurden identifiziert, die zentrale Konfliktthemen aufgreifen und die in enger Verbindung mit urbanem Wandel stehen.

2015 wurde die erste Forschung- und Innovationsagenda (SRIA) mit dem Titel "Transition zu nachhaltigen und lebenswerten Städten" veröffentlicht. Während einerseits die zentrale Ambition dieser Agenda nach wie vor Gültigkeit hat, konnten in der Umsetzung dieser Forschungsagenda neue Erkenntnisse erzielt werden, die nun berücksichtigt wurden. Sowohl auf globaler als auch auf europäischer Ebene wurden neue urbane Strategien entwickelt, die die Rahmenbedingungen für urbane Forschung und Innovation stärken.  

Vor diesem Hintergrund hat JPI Urban Europe die Forschungsagenda weiterentwickelt. Zwischen den Partnern von JPI Urban Europe besteht Konsens, dass die nächste Phase auf einen verstärkten Impact in den Städten und für urbane Akteure abzielen muss. Eine starke Einbindung und Mobilisierung der unterschiedlichen Akteursgruppen, der Stadtverwaltung, Unternehmer, ForscherInnen, NGOs oder BürgerInnen ist dabei zentral, sagt Margit Noll, verantwortlich für Koordination und strategische Entwicklung der Initiative.

Die strategischen Schwerpunkte der "SRIA 2.0" wurden in einem umfassenden Prozess mit starker Beteiligung von urbanen Akteuren, Städten und ForscherInnen und entwickelt und sind wie folgt geclustert:

  • Digitale Transition und urbane Governance: Wie können Städte das Potential der Digitalisierung für Stadtplanung und Stadtentwicklung nutzen und dabei das Entstehen neuer Ungleichheiten vermeiden bzw. die Auswirkungen unter anderem auf Jobs, Wertschöpfungsketten oder Datensicherheit berücksichtigen?
  • Von Resilienz zu urbaner Robustheit: Wie können sich Städte auf unerwartete und nicht planbare Ereignisse vorbereiten und gleichzeitig die größtmögliche Lebensqualität für die Bevölkerung sicherstellen?
  • Nachhaltige Landnutzung und urbane Infrastrukturen: Wie können Städte dem Bedarf nach Verdichtung und urbanen Infrastrukturen gerecht werden unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit, finanzieller Restriktionen und dem Anspruch der Zugänglichkeit und Leistbarkeit für alle?
  • Inklusive urbane öffentliche Räume: Wie können Städte multifunktionale öffentliche Räume zur Verfügung stellen die einerseits allen gesellschaftlichen Gruppen dienen und andererseits den Gegebenheiten von Akteursinteressen, unterschiedlichen Eigentümerstrukturen, Sicherheitsanforderungen oder Notwendigkeiten zur Verdichtung Rechnung tragen?

Über JPI Urban Europe
Die Joint Programming Initiative Urban Europe wurde 2010 etabliert mit dem Ziel, ein europäisches Forschungs- und Innovationsprogramm zu entwickeln und europäische Lösungen für die urbanen Herausforderungen zu schaffen. Ziel sind attraktive, inklusive, nachhaltige und wirtschaftlich dynamische Städte.

Kontakt

Dr. Margit Noll MBA
Dr. Margit Noll MBA

T +43 5 7755 4002
margit.noll@ffg.at