FFG FORUM 2019: Forschungsstandort Österreich ist top, aber bei Rahmenbedingungen noch Luft nach oben

BM Reichhardt: Forschung rechnet sich für die Unternehmen und den Staat – BM Udolf-Strobl: Mit Forschung und Innovation den Wirtschaftsstandort Österreich absichern und ausbauen

Gruppenfoto beim FFG Forum: Peter Filzmaier, Klaus Pseiner, Henrietta Egerth, BM Elisabeth Udolf-Strobl, Nana Siebert, Rainer Nowak

Credit: FFG / Harry Schiffer

BM Andreas Reichhardt und Robert Kratky

Credit: FFG / Klaus Morgenstern

Wien (16.9.2019) – Österreichs Forschung ist international konkurrenzfähig und viele innovative Unternehmen zählen in ihrem Bereich zur Weltspitze. Damit das so bleibt, müsse die aktive, innovationsorientierte Standortpolitik fortgesetzt werden, waren sich der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Andreas Reichhardt, und die Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Elisabeth Udolf-Strobl, beim FFG FORUM 2019 einig.

Rund 900 Gäste kamen am Donnerstag, 12. September, ins Wiener Museumsquartier, um über die Zukunft des Innovationsstandortes Österreich und aktuelle forschungspolitische Herausforderungen zu diskutieren. Das FFG FORUM fand zum elften Mal statt, es stellt mittlerweile einen Fixpunkt im jährlichen Kalender der Forschungs- und Innovationscommunity dar. Bei der diesjährigen Veranstaltung diskutierten Spitzenvertreter aus Forschung, Unternehmen und Verwaltung über die Frage, wie zukunftsfit der Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich sei.

Für Bundesminister Reichhardt ist die Bedeutung von Forschung und Innovation nicht hoch genug zu schätzen: „Investitionen in Forschung und Entwicklung rechnen sich einfach. Und zwar sowohl für die Unternehmen, als auch für den Staat.“ Umso höher die Forschungs- und Technologieinvestitionen, desto besser für die Unternehmen. In Zukunft sei es wichtig, dass „wir in Systemen denken“, so Reichhardt. Österreich sei dafür gut gerüstet: Komplexe Lösungen zu finden, sei eine besondere Stärke unserer Unternehmen und Institute.

Bundesministerin Udolf-Strobl zeigte sich ebenfalls von der guten Performance des Innovationsstandorts überzeugt und würdigte die Rolle der FFG für die Forschung und Entwicklung in Österreich. Sie verwies aber auch auf den hohen Grad an internationaler Vernetzung der heimischen Wirtschaft: „Österreich muss sich in Zukunft geografisch und inhaltlich breiter aufstelle, das gilt für die Unternehmen und die wissenschaftlichen Einrichtungen.“ In Bezug auf die internationale Konjunktur meinte Udolf-Strobl: „Wir gehen von einem Sprint in einen Dauerlauf über. Innovation wird ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und daher müssen wir hier das Potentialheben.“

FFG-Aufsichtsratsvorsitzende Gertrude Tumpel-Gugerell betonte ebenfalls die hervorragende Performance des heimischen Innovationssystems. Österreich sei zwar gut positioniert, aber das müsse man sich täglich hart erarbeiten. Gerade der beschleunigte Wandel sei eine Herausforderung: Viele Branchen seien einem Tsunami ausgesetzt.

Für FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth ist es notwendig, auch das System der Forschungsförderung den aktuellen Herausforderungen anzupassen: „Wir brauchen mehr Geld, Planungssicherheit und Agentur-Autonomie.“ FFG-Geschäftsführer Pseiner untermauerte dies: „Wir konnten im letzten Jahr gut bewertete Projekte im Volumen von 180 Millionen Euro mangels Budgets nicht fördern.“

Politikwissenschaftler Peter Filzmaier betonte in seiner Keynote die Bedeutung, die Forschung und Entwicklung auch für eine breite Bevölkerung hat: 95 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sehen Forschung als Mittel zur Bewältigung aktueller Probleme. Für drei Viertel der Österreicher sei es wichtig, sich über Wissenschaft und Forschung auf dem Laufenden zu halten. Das Interesse an Forschungsthemen sei damit höher als an Sport oder Kunst und Kultur. Forschung sei für alle Interessensgruppen wichtig: für die Unternehmen, die Arbeitnehmer, die Bevölkerung und die Politik. Zur Frage der medialen Berichterstattung über Forschung meinte die stellvertretende Chefredakteurin des „Standard“, Nana Siebert, dass die Pressearbeit der Forschungseinrichtungen ausgezeichnet sei, sie es aber für eine Bringschuld der Medien halte, die Inhalte nicht zu trivialisieren.

Zum 15-jährigen Jubiläum der FFG-Gründung beschritt die FFG auch neue Wege beim FFG FORUM. 18 von der FFG geförderte Projekte wurden im Rahmen der Veranstaltung präsentiert, drei parallele Bühnen boten Raum für abwechslungsreichen Diskussionen. Die FFG-Geschäftsführer erläutern das Konzept: „Auch mit dem FFG FORUM wollen wir innovativ sein. Das Ziel war, den Ablauf des FFG FORUMs kompakter zu gestalten, aber gleichzeitig mehr Interaktion zwischen allen Beteiligten anzuregen.“ Durch die Veranstaltung führte Ö3-Moderator Robert Kratky. Wie bereits in den vergangenen Jahren war das FFG FORUM als „green event“ organisiert.

 

APA Science Liveblog
Rückblick FFG FORUM 2019

 

Rückfragehinweis:

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