Distribuiertes Arbeiten und Leben am Land

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

Distribuiertes Arbeiten und Leben am Land:
Von der Möglichkeit im Netzwerk gemeinsam dezentral zu arbeiten

Kurze Beschreibung der Idee

Die Pandemie hat uns die Möglichkeiten des „Home-Office” aber auch den Mangel an sozialer Interaktion/innerbetrieblicher Kommunikation vor Augen geführt. Wenn wir vor diesem Hintergrund die Zukunft der Arbeit mit den Herausforderungen der Klimakrise und dem Leben am Land zusammendenken, bieten dezentrale und gemeinschaftlich genutzte räumliche Infrastrukturen im ländlichen Raum Pendlerinnen und Pendlern die Möglichkeit, lokal in kleineren Gruppen zu arbeiten und dabei trotzdem ins digitale Netzwerk einer größeren Kommunikationsstruktur eingebunden zu sein. Wir wollen mit diesem Angebot der Vereinzelung im Home-Office entgegenwirken und das flexibel gestaltbare Arbeitsumfeld schrittweise um Angebote im Bereich der Kinderbetreuung, Bildung, Hospitalität, Kultur und Freizeit erweitern. Wir möchten die Angebotspalette in unmittelbarer Kooperation mit den beteiligten PartnerInnen und NutzerInnen entwickeln und damit bestmöglich auf deren Bedürfnisse abstimmen. 

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Mit dieser Idee könnten einerseits vorhandene räumliche Infrastrukturen am Land (wie z.B. ehemalige Gasthäuser) genutzt, Communities ganzjährig belebt und damit gestärkt sowie die Pendlermobilität deutlich reduziert werden. Die Lösung bietet bei gleichzeitigen Bildungs-, Kinderbetreuungs-, Kultur- und Freizeitangeboten einen integrativen Ansatz zur Unterstützung von Frauen, marginalisierten und benachteiligten Gruppen sowie der allgemeinen Belebung regionaler Gastronomie, Nahversorgung sowie des Kultur- und Gesellschaftslebens.

  • Integrale Lösungsansatz zu den großen Herausforderungen wie Strukturwandel, Demographie, Bildungsleere, Bau- Wohnkosten, Mindernutzung und Leerstand, Resilienz Nachhaltigkeit,…
  • Bestehendes (ungenutzte räumliche Infrastruktur) in Wert setzen, virtuelle Räume und physische Räume in einen bedarfsorientierten und flexibel adaptierbaren Nutzungszusammenhang bringen (Hybrid aus Home-Office, Shared Office, sozialer Interaktion, Kultur und Freizeit) und im Austausch mit anderen NutzerInnengruppen neue Perspektiven aufzeigen und Synergien nutzen
  • Rolle der Gemeinden wird wichtiger (Stichwort Governance)
  • Das Konzept ist reproduzierbar 

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Die Idee zielt in erster Linie auf die Bündelung ganzjähriger Remote-Working, Bildungs-, Kultur- und Freizeitaktivitäten am Land ab und setzt dabei schwerpunktmäßig auf die Unterstützung und Förderung von Frauen sowie marginalisierter und benachteiligter Gruppen mit besonderem Potential in wirtschaftsbezogenen und kreativen Berufsfeldern. 

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Wir sind mit unserer Organisation in Alberschwende beheimatet, einem Ort an der Schnittstelle des ländlichen Bregenzerwalds und dem urbanen Ballungsraum des Rheintals. Das kürzlich von der Gemeinde erworbene ehemalige Gasthaus „Brauerei“, das mittlerweile seit beinahe 10 Jahren leer steht, wäre eine idealer prototypischer Modellfall für die Etablierung und den schrittweisen Ausbau einer derartigen Einrichtung mit dem Ziel einen Teil jener, die tagtäglich aus dem Bregenzerwald zu einem der großen Arbeitsgeber (Doppelmayr, Blum, Zumtobel, Gebrüder Weiss,…) ins Rheintal pendeln, eine dezentrale und flexibel nutzbare regionale Infrastruktur zu bieten. Da sich die großen ArbeitgeberInnen ohne Ausnahme über das gesamte Rheintal und den Walgau verteilen, kann der vorgeschlagene Lösungsansatz ohne weiteres auf das Leiblachtal, das Große Walsertal, das Klostertal und das Montafon ausgeweitet werden. All diese Regionen zeichnet eine mehr oder weniger große Abhängigkeit vom Tourismus aus, der für die ortsansässige Bevölkerung aber nur zu einem geringen Teil die nötigen Erwerbsgrundlagen liefert. Der Mangel an Jobperspektiven betrifft im Speziellen die junge weibliche Bevölkerung sowie marginalisierte und benachteilige Gruppen.

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Wir glauben, dass die grundsätzlichen Ingredienzien unseres Konzepts relativ einfach auf andere Regionen Österreichs übertragbar sind, da die oben geschilderten Merkmale des ländlichen Raums in Vorarlberg zu einem großen Teil auch für den „Rest“ Österreichs gelten. Die strukturelle Abhängigkeit von den traditionellen Erwerbszweigen Landwirtschaft und Tourismus trübt im ländlichen Raum vor allem die Aussichten junger Frauen und benachteiligter Menschen und führt entweder zu einer Vernachlässigung wertvollen Potentials und/oder einer signifikanten Landflucht mit den bekannten Phänomenen der Erosion des sozialen Zusammenhalts und mangelnder wirtschaftlicher Dynamik. 

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

In der „How Now Wow Matrix“ liegen wir zwischen „Now“ und „Wow“ im Sinne der grundsätzlichen Verfügbarkeit der räumlichen (Leerstände) und technischen Infrastruktur (Breitband,…) auf der einen und dem nötigen Innovationsbedarf bei der Entwicklung und dem operativen day-to-day Management der spezifischen Angebotspalette auf der anderen Seite.

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at