ImPULS am Land

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

"imPULS AM LAND" - wir machen Appetit auf und fördern die Co-Kreation von Lebendigkeitszentren - den Keimzellen für nachhaltiges und vielseitiges lokales Zusammenwirken und globale Verbundenheit.

Kurze Beschreibung der Idee

Lebendigkeitszentren sind multifunktionale Lern-, Arbeits-, Begegnungs-, Kultur- und Versorgungsräume in Regionen und Gemeinden: sie sind mehr als die Summe ihrer Teile. Wir stimulieren die Evolution von beispielhaften Pilotprojekten, indem wir durch eine hybride DorfUni Veranstaltungsreihe und umsetzungsorientierte Dialoge ExpertInnen mit lokalen ImpulsgeberInnen vernetzen und begleiten. Die dabei gesammelten Zutaten und Rezepte, Gestaltungsideen, Wissen, Werkzeuge und Erfahrungen werden in einem interaktiven Handbuch, das laufend um die "Weisheit der Vielen" erweitert wird, dauerhaft verfügbar gemacht.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Wir glauben, dass wir das enorme Zukunftspotenzial ländlicher Regionen heben können, in dem wir starke und inspirierende Zentren in ländlichen Räumen anregen. Diese fördern gemeinsames und selbstbestimmtes Handeln, bieten Freiräume und Ressourcen und machen Potentiale sichtbar. Die wechselseitige Wahrnehmung und Unterstützung der Menschen ist ein Gewinn für alle und verbindet die Initiativen der Einzelnen sinnvoll und nachhaltig, während blinder Wettbewerb allen schadet. Die Multifunktionalität solcher Zentren ermöglicht auf kurzem Weg, Gelerntes in Handeln umzusetzen, zu experimentieren und zu verbessern. Die Anbindung an (städtische) Institutionen und Netzwerke ist dabei unterstützend. Bildung und Umsetzungs-Arbeit gehören immer zusammen und potenzieren sich wechselseitig. Doch dafür braucht es zum einen enorm viel Wissen und Kompetenz bei den Beteiligten und zum anderen motivierende Bilder und Geschichten. Unser Projekt bringt beides in die Gemeinden, ist auf Co-Kreation und Vielfalt einer Community von ExpertInnen und PraktikerInnen aufgebaut und somit selbst ein Beispiel oder Vorbild für das, was jeweils vor Ort entstehen soll. 

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Am Land braucht es besonders für qualifizierte Frauen / Initiative(n) / Kreative und gut Ausgebildete attraktivere Möglichkeiten der Existenzsicherung. Diese entstehen durch ein interkommunales Zusammenspiel von leistungsfähigen Kompetenz-Zentren, den Aufbau kleinregionaler Kreislaufwirtschaften und die innerregionale Differenzierung. Durch die Schaffung von Brennpunkten und multifunktionalen Räumen entstehen neue Tätigkeitsfelder, die ein von unten wachsendes Netzwerk der Daseinsvorsorge bilden. Dabei kommt es auf Koordination, wechselseitige Ergänzung, eine lebensförderliche Grundeinstellung und die Vermehrung von produktiven Beziehungen an, die eigentlich traditionell weibliche Stärken sind. Es geht um Zusammenschlüsse von selbständigen, unternehmerisch denkenden Menschen zu Projekten, die gemeinsam Wertschöpfungsketten kreieren, den regionalen Vorteil der Nähe und Integration voll zur Geltung bringen und dadurch auch niederschwellige Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaftskraft steigern. Diese kreativen Orte, wo komplexe Zusammenhänge fusioniert und konkret umgesetzt werden, widmen sich vorrangig den lokalen Bedürfnissen (Naherholung, Angebote / Projekte im Ort, Lösungen für Wohnen im Alter u.v.m.) sowie der Positionierung der Gemeinde im regionalen Zusammenspiel. Die Integration aller ist eine Überlebensfrage des ländlichen Raumes, denn wenige Menschen müssen viele Aufgaben bewältigen und können es sich eigentlich gar nicht leisten, Potentiale brach liegen zu lassen.

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Hier sind besonders folgende 3 LEADER-Regionen zu nennen: Wissbegierige Region Weinviertel West, Mühlviertler Kernland, Region Oststeirisches Kernland. Auch von weiteren Orten und Regionen wurde Interesse bekundet: z.B. LEADER-Region REGATTA - Attersee, Vöcklabruck (KEM / RM), Römerland Carnuntum, "Obst- & Gartenkultur" und regio.v Vorarlberg, Klein-Region um Bad Radkersburg etc.

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Durch die Bereitschaft der KooperationpartnerInnen können wir bereits in mehreren Regionen beginnen. Das digitale Setting der DorfUni und die übergreifende Austauschplattform macht die Multiplizierbarkeit und geografische Ausweitung der Aktivitäten jederzeit möglich. Bei der Auswahl zusätzlicher Orte und Regionen legen wir besonderen Wert auf die Möglichkeit der praktischen Umsetzung, um weitere Pilot- bzw. Leuchtturmprojekte zu fördern. Kein Lebendigkeitszentrum ist wie das andere und je unterschiedlichere erfolgreiche Ansätze aus einzelnen Regionen sichtbar werden, umso größer die Anzahl der Optionen für die teilnehmenden Projekte. Der Effekt unserer Vorgangsweise ist ein selbstverstärkender: Durch die Mitarbeit an Vorträgen und am Handbuch werden die eigenen kreativen Zugänge sichtbar und gerade durch die Darstellung nach Außen entsteht weitere Motivation, da die Besonderheit des eigenen Ansatzes in der Region bewusster wird. Sowohl bei der Moderation und der Einschulung als auch bei der Adaptierung von zu erweiternden Wirkräumen wird unser erweitertes Team Hilfestellung leisten.

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

Wir bringen das HOW über unser WOW zum NOW: Der Landflucht, den derzeitigen systemischen Bremsmechanismen und der Überforderung der ländlichen Gemeinden kann durch digitale / hybride Bildung und externe Impulse, aber auch durch agile Formate, Co-Kreation und gemeinsames Lernen (mit) der lokalen Bevölkerung entgegengewirkt werden. Durch diesen Wissenstransfer und den Aufbau von multifunktionalen Lebendigkeitszentren können gerade auch Frauen motiviert, gestärkt und unterstützt werden. Denn in diesen co-kreativen Settings wird ein förderliches Umfeld für Kollaboration geschaffen, wo sich die Menschen neu vernetzen können und die Entstehung alternativer Unternehm(ung)en in verdichteten kleinregionalen, enkeltauglichen und regenerativen Wirtschaftsräumen gefördert wird. Wir haben mit der didaktischen Methode Erfahrung gesammelt, stoßen aber mit diesem Projekt sowohl in eine neue inhaltliche Sphäre als auch eine neue Größenordnung vor, wie wir gerade am wachsenden Interesse für unser Projekt sehen. Also ja: WOW, weil viel mobilisiert werden muss, aber die Aufgabe machbar und lohnend ist!

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at