MOBILER MAKERSPACE

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

MOBILER MAKERSPACE - experimenteller Arbeits- und Begegnungsraum mit flexiblen Funktionen für Frauen am Land

Kurze Beschreibung der Idee

Ein Seecontainer wird zum Makerspace umgebaut, in dem viele neue digitalisierte Berufsbilder für Frauen im Alter von 25 bis 50 präsentiert werden, um sie gerade von einer nicht geschlechterstereotypen Berufswahl (auch weiteren Bildungsweg) zu überzeugen und damit ihre Karrierechancen im ländlichen Raum zu erhöhen.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Der mobile Raum bietet in seinen 3 Funktionen Folgendes: digitalisierte Berufe kennen lernen, sozialer Treffpunkt und Meinungsaustausch. Der Makerspace thematisiert in praktischer Form alle digitalisierten Lehrberufe. Hintergrund: Der Fachkräftemangel im ländlichen Raum stellt ein akutes Problem dar, dennoch wählen Frauen häufig noch immer traditionelle Berufswege, obwohl in alternativen Bereichen dringend Fachkräfte gesucht werden. Daher sind Informationen über Möglichkeiten von Industrie 4.0, Robotik (Coding und Making), Internet of things (IoT) und Do-it-yourself eine inspirierende Einführung in die Welt der "neuen" Berufe. Das Projekt fördert die mittlerweile klassischen 3 T's (nach R. Florida): Technologie, Toleranz, Talente. Oder mit anderen Worten: es eröffnet die digitalisierte Welt, durchbricht die "gläserne Decke" der sozialräumlichen Benachteiligung und fördert die individuellen Talente von Frauen in einem Matching mit den aktuellen Arbeitsmarktchancen. Es ist somit auch als Intervention gegen die Abwanderung junger Familien/Frauen aus dem ländlichen Raum zu werten.

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Das mobile aufsuchende Angebot ist speziell an sozialräumlich benachteiligte Gruppen (Mobilität, Arbeitsmarktzugang) gerichtet und stellt ein Zusatzangebot für Gemeinden an relevanten Standorten dar: Gemeindezentren, Jugendzentren, in der Nähe von Schulen - dort ist der Container als möglicher temporärer Arbeitsraum (public Homeoffice) während des Kindergarten-/Schulaufenthalts der Kinder zu denken. Zudem richtet sich der mobile Raum speziell an Frauen, die sich beruflich neu orientieren wollen, oder etwa nach einer Kinderkarenz den beruflichen Wiedereinstieg planen. Wichtig ist vor allem eine adäquate Programmerstellung auf Basis eines didaktischen Konzepts, um Frauen relevante und chancenreiche Berufsbilder näher zu bringen. Als Basis wird ein Container genutzt der für benachteiligte Jugendliche im Alter von 15-25 Jahren geplant ist. Der spezielle Ausbau zum Makerspace zur Darstellung digitalisierter Berufe ist neu.

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Es wurden benachbarte LEADER-Regionen als Partner angefragt: Kraftspendedörfer Joglland, Thermenland-Wechselland, Almenland & Energieregion. Bundesländer übergreifender Bezug zum Projekt: "Popup Dorfbüro als Testlabor". Der Container soll in den beteiligen LEADER-Regionen FUMO, regio3, Osttirol zum Einsatz kommen.

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Der mobile Makerspace ist nach Herstellung des 1. Prototypen, auf Basis der technischen und ökonomischen Erfahrungswerte, leicht in Miniserie zu bringen und für weitere Regionen nachzubauen. Das Konzept der Dorfuni könnte hier als Verbreitungsmöglichkeit dienen, der Container würde die Hardware darstellen. Es gibt auch ein Netzwerk regionaler Sozialunternehmen, die an einer Mitwirkung interessiert sind und als Bundesländer übergreifender Multiplikator fungieren können.

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

WOW - Bahnbrechende realisierbare Idee: Qualifizierte junge Frauen werden über die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums bestimmen. Deshalb ist es von enormer Bedeutung ihre Talente zu entdecken und zu fördern. Die Verschränkung von High-Tech-Anwendungen und klassischen handwerklichen Fertigkeiten ist dabei besonders zukunftsweisend. Der Container ist auch ein Beitrag zur Neudefinition neuer Ortsfunktionen im Sinne der Ziele von "smart villages" (LE 21-27) und als Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen (ESF-Ziel). Die digitalisierte Ausbauvariante ist aus dem Ideation-Prozess entstanden. Für die Gemeinde ist es ein Angebot im Gemeinwohl-Auftrag, eine neue Infrastruktur und Ausstattung (shared infrastructure) zu bieten.

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at