Omnibus

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

Omnibus
Das "DIY-Mobil" - 
Der Jugendtreff auf Rädern + Webplattform "Youth Map"

Kurze Beschreibung der Idee

Gemeinsam mit Jugendlichen soll ein mobiler Jugendtreff in Form eines Reisebusses/Wohnmobils/Anhängers und eine ergänzende Webplattform entwickelt werden. In der überwiegend ländlich geprägten Region Römerland Carnuntum soll damit ein vielseitiges und mobiles Angebot für Jugendliche aller Orte - im virtuellen wie im realen Raum - geschaffen werden. Der Omnibus lädt zum Verweilen ohne Konsumzwang ein und kann für verschiedenste Zwecke genutzt werden: als unverbindlicher Treffpunkt oder auch - unterstützt durch regionale JugendarbeiterInnen - als Projektschmiede für regionale Vorhaben der Jugendlichen. Auch die Begegnung mit regionalen (politischen) EntscheidungsträgerInnen, die von den Jugendlichen in ihr "fahrendes Rathaus" eingeladen werden, soll gefördert werden, um die Bedürfnisse der Jugend in der Region sichtbarer zu machen und besser in politischen Entscheidungen berücksichtigen zu können.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Vor allem in ländlicheren Regionen gibt es für Jugendliche kaum öffentliche Treffpunkte ohne Konsumzwang, wo sie ungestört unter sich sein können. Nicht jede Gemeinde kann ein Jugendzentrum oder entsprechende Freiflächen installieren. Ein mobiler Treffpunkt, der durch die Gemeinden tourt, ist daher ein vielversprechender Lösungsansatz. Ein partizipativer Gestaltungsprozess soll gewährleisten, dass Jugendliche das Angebot später auch tatsächlich nützen. Das aktive Mitentwickeln der Idee und die Möglichkeit, später dort auch selbst weitere Ideen und Projekte für die Region auszuarbeiten soll bei den Jugendlichen ein Gefühl der Selbstwirksamkeit fördern. Verstärkt wird dieser Effekt und damit auch das Engagement der Jugendlichen in der Region, wenn regionale politische EntscheidungsträgerInnen diesen mobilen Ort als Sprachrohr der Jugend anerkennen. Darüber hinaus sind viele öffentlich zugängliche Räume besonders am Land oft heteronormativ geprägt. Deshalb soll mit Tages-Mottos wie z.B. „girls only“ oder „queer-day“ vor allem auch für Mädchen und queere Jugendliche ein safe space für einen Austausch untereinander geschaffen werden. Der mobile Jugendtreff wird durch eine online Plattform ("Youth map") ergänzt, über welche die Jugendlichen selbst die Route des Busses bestimmen können, die es ihnen ermöglicht räumlich verortete Wünsche für die Region zu kommunizieren und die dazu beitragen soll, die Stimme der Jugendlichen in Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Was ist der positive Nutzen der Idee?

  • Jugendliche haben einen Treffpunkt nur für sich 
  • Die Webplattform ergänzt das Angebot im realen Raum um einen virtuellen Kommunikations- und Beteiligungsraum nur für Jugendliche
  • Mittels Tages-Mottos können ganz spezifische Gruppen angesprochen werden („Welcome-Days“ für Neuankömmlinge, „Girls only“, „queer-day“ etc.) 
  • Viele Gemeinden „teilen“ sich einen Jugendtreff, der in verschiedenen Gemeinden unterwegs ist (geringere Kosten; auch durch bereits bestehendes qualifiziertes Personal)
  • Ort, wo Gespräche auf Augenhöhe mit politischen EntscheidungsträgerInnen stattfinden können -> Hierarchie umdrehen „Sprechstunde reversed“ – z.B. BürgermeisterIn schaut vorbei und hört sich an, was die Jugendlichen beschäftigt, was sie brauchen bzw. welche Ideen sie hätten. Im Idealfall werden so jugendliche Bedürfnisse besser in politischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt
  • Inklusiv: Sozial benachteiligte Jugendliche haben Zugang zu Geräten und Spielen, die sie sich sonst nicht leisten können
  • Kleiner Jugend-Co-Working Space, wo Projekte für die Region entwickelt werden können -> Selbstwirksamkeit
  • Integriertes Repaircafé – diverse Werkzeuge für Skateboard, Rad, Handy, Laptop, etc. -> erlernen von DIY Fertigkeiten 

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

Region Römerland Carnuntum – vor allem in Gemeinden, in welchen es derzeit wenig bis gar keine Angebote und Treffpunkte für Jugendliche im öffentlichen Raum gibt. 

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit bietet mit zahlreichen Standorten und erfahrenen MitarbeiterInnen das perfekte Netzwerk zur Übertragung der Idee in andere Regionen. Das während des Pilotprojekts erstellte Handbuch für die Entwicklung mobiler Jugendtreffs soll den Beteiligungsprozess und die Umsetzung in anderen Regionen erleichtern. Die Webplattform kann rasch an neue Raumausschnitte und flexible Fragestellungen angepasst werden.

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

N/WOW - mobile Jugendtreffs gibt es schon ein paar, allerdings eher in Städten und kaum welche, in denen sich Jugendliche wirklich darin aufhalten können. Das Angebot vieler Busse beschränkt sich außerdem meist nur auf eine Art Kiosk, den Verleih von Spielen und Sportequipment und Beratungsangebote von JugendarbeiterInnen. Das multifunktionale "DIY-Mobil" hingegen soll vieles vereinen: vom „Partykeller“ zum chillen, jammen und feiern, über einen Jugend-Co-Working Space bis hin zu einem mobilen Repaircafé oder einfach einem safe space, wo Jugendliche sich mit Gleichgesinnten aber auch qualifizierten JugendarbeiterInnen austauschen können. Zusätzlich soll der Bus den Kontakt zwischen Jugendlichen und politischen EntscheidungsträgerInnen aus der Region fördern.

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at