Silosophie

Wie wird Deine Idee bezeichnet?

Silosophie - Neu gestaltete Betontürme als Wahrzeichen der Zukunft

Kurze Beschreibung der Idee

Getreide-Silos, als betonierte Wahrzeichen Ost-Österreichs, erfüllten lange eine wichtige Funktion im Erhalt der Ernährungssicherheit in Österreich. Die Betontürme erhalten jedoch oft eine Zuschreibung als unästhetische, ungewollte Wolkenkratzer am Land und sind zunehmend dem Verfall und Leerstand preisgegeben. Wir von der AG Silosophie haben ganzheitliche Nutzungskonzepte für die Türme erarbeitet, um sie zu Leuchttürmen der Zukunft zu machen.

Warum glaubst Du inhaltlich an diese Idee?

Ich habe meine Masterarbeit im Studium der Sozial- und Humanökologie zum Thema „Innovative Neu- und Umnutzungskonzepte für Silo-Anlagen in Ost-Österreich“ verfasst. Darin habe ich die gesellschaftliche Relevanz der Umgestaltung der Türme für die lokale Bevölkerung und die Möglichkeit der partizipativen Gestaltung erforscht. Der Output dieser Arbeit ist, dass ein starker Wunsch in der Bevölkerung besteht, die Türme von ihrem Dasein als verfallene Getreidespeicher zu befreien und sie ästhetisch aufzuwerten und wieder nutzbar zu machen. In unzähligen Gesprächen und Interviews mit Inhabern von Silo-Türmen und GemeindevertreterInnen bin ich auf Interesse und Aufgeschlossenheit gegenüber den ausgearbeiteten Konzepten gestoßen. Die ersten Projekte wurden bereits umgesetzt, weitere befinden sich bereits in der Planungsphase.

Was ist der positive Nutzen der Idee?

Durch die Bestückung der Türme mit Photovoltaik-Modulen können zukünftig GemeindebewohnerInnen ihren Strom über eine Erneuerbare Energie Gemeinschaft direkt vom „Solar Silo“ beziehen. Der graue Getreidespeicher wird somit ästhetisch aufgewertet und zum lokalen Energielieferanten gemacht. Für die vermehrt leerstehenden Silo-Türme habe ich ganzheitliche „Adaptive Reuse“ Konzepte ausgearbeitet, die an die speziellen architektonischen Charakteristika der Türme angepasst sind. So können die neuen Wahrzeichen künftig für die ländliche Bevölkerung geöffnet werden und Arbeits- und Kultur-Räume geschaffen werden. Der Agrarhandel ist eine männerdominierte Branche, es gibt keine einzige Inhaberin eines Silos. Die Türme sind somit im Moment noch Denkmäler des Patriachats. Das soll sich mit den "Silos der Zukunft“ ändern.

In welchem „Regionencluster“ (am besten mehrere Regionen) soll die Idee zuerst ausprobiert werden?

In Ost-Österreich stehen über 300 Silo-Türme, wovon sich die meisten in Niederösterreich befinden. Im Burgenland stehen mit einem Anteil von 22 % die meisten Silos leer. Um den verbindenden Charakter der „Silos der Zukunft“ optimal einzusetzen, wäre für den Start ein Projekt in jedem Silo-Bundesland (OÖ, NÖ, BGLD) wünschenswert.

Wie kann die Idee in andere Regionen Österreichs übertragen werden?

Die einzelnen Nutzungskonzepte können an die lokalen Bedürfnisse angepasst werden, haben jedoch eine hohen Multiplikationsfaktor. Vor allem das Konzept des „Solar Silo“ kann potenziell an beinahe jedem Standort umgesetzt werden.

Wie ist die Idee nach der „How Now Wow Matrix“ zu klassifizieren?

Es gibt eine Vielzahl an globalen Beispielen für Silo-Neunutzungen, das NOW ist auf jeden Fall gegeben. Das Innovative an der Idee ist die Verbindung einer Vielzahl von Solar Silos mit lokalen Energiegemeinschaften (WOW) und die Schaffung von Leuchttürmen für ländliche Leerstandsnutzung und kollektive Energiegewinnung (HOW).

Kontakt

Marina Schwenzner BA
Marina Schwenzner BA
Regionale Innovationssysteme
T +43 5 7755 3509
marina.schwenzner@ffg.at