Panel 5 >> Resümee: Werte schaffen

Credit: FFG/Klaus Morgenstern

Andreas REICHHARDT
Sektionschef, Bundesministerium für
Verkehr, Innovation und Technologie

Barbara WEITGRUBER
Sektionschefin, Bundesministerium für
Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

Michael BINDER
Direktor Strategie, FFG

Moderation: Gerald GROSS, grossmedia

>>Livemitschnitt Fachgespräche FFG FORUM 2016 >>WERTE SCHAFFEN

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Panel Resumee

 

Weitgruber

  • Im Grunde 2 Zugänge für die In-Wert-Setzung: gesellschaftliche und wirtschaftliche
  • FHs und Unis: AbsolventInnen sind großer Beitrag für Gesellschaft und Wirtschaft!
  • Forschung bringt Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, z. B. climate chaange center Austria https://www.ccca.ac.at/de/home/  (Verbund von Unis, FE, öffentlichen Stellen,…)
  • Grundlagenforschung ist eine der wichtigsten Finanzierungsaufgaben des BMWFW, ist basis für beide Arten der In Wert Setzung
  • Trendwende ist nötig: Dialog mit Gesellschaft, nicht nur über Wissenschaft, sondern auch Einbeziehung -  Open Innovation Strategie, Citizen-Science-Projekte (z. B. LBG), Lange Nacht der Forschung
  • Wirtschaftliche In-Wert-Setzung: durch Spin-offs, Start-ups, Berücksichtigung IPR -> WTZ, Phönix-Preis, Verwertungs- und Schutzrechtsstategien der Unis

 

Reichardt:

  • Frage: ökonomische Definition von Wertschöpfung -  gibt’s etwas darüber hinaus?
  • Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Wettbewerbsfähigkeit – das sind die üblichen,  sehr wichtigen Argumente, aber wir kümmern uns um mehr.
  • Urbanisierung: 2050 wird 65 % der Weltbevölkerung in Städten leben
  • Digitalisierung: Herausforderung, disruptive Veränderung in Gesellschaft und Wirtschaft
  • Konkret: zum Thema Energienetze der Zukunft -  die müssen dezentral, partizipativ, serviceorientiert,… sein -> Ausschreibung Energieregionen
  • Konkret: Mobilität: Verhalten ändern sich, z. B. Auto nicht besitzen sondern teilen; autonomes Fahren
  • Konkret alternde Gesellschaft: Lebenserwartung steigt (Kinder haben 100 Jahre Lebenserwartung) – was heißt das für selbstbestimmtes Altern? Arbeiten? Hier braucht es technische Unterstützungen -> Konnex zur Digitalisierung
  • Partizipation: Wissen teilen wird immer wichtiger (Verweis auf Panel Birgit). Open Innovation Strategie, Open4Innovation Plattform des BMVIT (gemeinsam mit FFG): Informationen über geförderte Projekte transparent machen -  Interesse wecken, neue Kooperationen ermöglichen, Wissen verbreiten und teilen. Dzt erst  beta Version im Netz

 

Binder:

  • Frage was ist der Wert der Aktivitäten der Agentur? Auswirkungen, zB Input bei Programmdesign?
  • Grundsatzfrage: warum überhaupt Förderung? Förderung muss einen Unterschied machen, also Dinge ermöglichen, die ohne sie nicht oder nicht so gut möglich wären (Konzept der Additionalität)
  • Programmdesign: Programme gemeinsam mit den Auftraggebern so designen, dass sie die höchste Wirkung haben und die Ziele der Auftraggeber erfüllen. Bsp, was die Agentur gut einbringen kann: Zielgruppenansprache, die muss bei Star ups anders aussehen als bei Frontrunner Unternehmen
  • Gesamtabwicklung: hier ist das Auswahlverfahren eine wichtige Leistung -  die besten Proposals zur Förderung auswählen. Auch die Projektbegleitung ist wichtig: welcher Aufwand ist zumutbar und welche Information notwendig, damit wir als Agentur die sinnvolle Verwendung öffentlicher Mittel gewährleisten können? Wie können wir die projekte am besten in der Begleitung unterstützen? Was können wir aus der Interaktion mit den KundInnen lernen, und dieses Gelernte wieder in das Design oder die Verbesserung von Förderungen einfließen zu lassen? So schließt sich der Kreis wieder.

 

Reichardt:

  • Frage wohin soll sich die Forschung-, Entwicklungs- und Innovations-Förderung entwickeln?
  • Unsere thematischen Schwerpunkte sind in diesem Auditorium wohl bekannt
  • Digitalisierung: wir starten Silicon Austria, mit einem Volumen von 80 Mio EUR in den nächsten Jahren. Damit wird eine Struktur geschaffen in Österreich – neue Spitzen-Forschungseinrichtung, ergänzt durch Maßnahmen wie zB Stiftungsprofessuren, Labore, Fabriken der Zukunft, Netzwerke etc..  Damit wird ein kompetenter Partner für Unternehmen geschaffen, der in Netzwerken arbeiten kann. Es geht bei dem Thema Digitalisierung ja nicht nur um Industrie 4.0, sondern um alle Lebensbereiche

 

Weitgruber

  • Frage: BMWFW gibt viel Geld an Hochschulen, wie gelingt hier der Nachweis der „Wertschöpfung“?
  • Unis agieren als Leitinstitutionen in ihrer Region: produzieren AbsolventInnen, sie sind Arbeitgeber, Studierende und Beschäftigte sind KonsumentInnen in der Region. Darüber hinaus: Qualifikation als Standortfaktor! Und Uni-AbsolventInnen haben höhere Steuerleistung und brauchen weniger Transferleistungen.
  • Internationale Sichtbarkeit – Reputation -> Wettbewerbsfähigkeit
  • Heute, am Tag nach der Rede zur Lage der Union 2016: FE und Unis leben die Werte, die um Unionsvertrag verankert sind: Pluralismus, Toleranz, Gleichberechtigung, Solidarität
  • Dank an das EIP für großartige Unterstützung

 

Binder:

  • Frage: 3000 Projekte / jahr, wie kann man da Werte / Effekte überhaupt mitverfolgen?
  • Es läuft gerade eine Studie, in der wirkungsrelevante Indikatoren erarbeitet werden, sodass wir während der Laufzeit der Projekte und zum Abschluss da schon Evidenz haben
  • Verweis auf das jährliche Wirkungsmonitoring, Rücklauf ca 70%, extrem hoch! 84% der Befragten hätten das Projekt ohne Förderung nicht oder anders (weniger anspruchsvoll) durchgeführt, das ist ein gutes Indiz für die Relevanz der Förderung
  • Wifo Studie vor einigen Jahren: forschungsintensivere Unternehmen kommen besser durch die Krise und entwickeln sich besser in Bezug auf Beschäftigung und Export
  • Aktuell läuft eine Studie, welche Unterstützung für schnellwachsende Unternehmen sinnvoll ist
  • Wir organisieren immer wieder Fokusgruppen, um Kontakt zu unseren KundInnen zu haben und deren Wissen und Erfahrungen ins Boot zu holen. zB die Markt.Start Förderung ist aus einer solchen Diskussion resultiert.
  • Fazit: Daten sammeln und analysieren ist wichtig, aber dem müssen Taten folgen

Kontakt

Mag. Michael Binder
Mag. Michael Binder
Direktor Strategie der FFG
T +43 5 7755 7010
michael.binder@ffg.at

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