FFG legt Zwischenbericht zu digitaler Barrierefreiheit

Webseiten und Apps öffentlicher Stellen: leicht positiver Trend, aber noch viel zu tun

Die FFG hat – als dafür beauftragte Agentur des Bundes – die Daten des Barrierefreiheits-Monitorings aus 2022 ausgewertet und einen Auszug aus den Ergebnissen veröffentlicht. Im Vergleich mit den Ergebnissen aus 2021 ist eine leicht positive Entwicklung bei der Erfüllung der Barrierefreiheits-Kriterien zu erkennen. Dennoch ist weiterer Einsatz für barrierefreie Webseiten und Apps nötig.

Monitoring digitale Barrierefreiheit in Österreich

Digitale Barrierefreiheit ermöglicht allen Menschen Zugang zu den Online-Angeboten. Nach dem Web-Zugänglichkeits-Gesetz müssen alle öffentlichen Stellen in Österreich ihre digitalen Angebote barrierefrei zur Verfügung stellen. Um den Fortschritt dazu zu dokumentieren, wird jährlich ein Monitoring durchgeführt. Alle drei Jahre wird ein Monitoring-Bericht veröffentlicht und an die Europäische Kommission übermittelt. Im Dezember 2021 wurde der erste österreichische Monitoring-Bericht veröffentlicht. Jetzt legt die FFG für das Jahr 2022 einen Zwischenbericht.

293 digitale Angebote gecheckt

In Österreich wurden 2022 23 Websites und 17 mobile Anwendungen eingehend gecheckt (92 bzw. 120 Kriterien). 253 Websites wurden automatisiert, also vereinfacht, geprüft (13 Kriterien).

Aus den Ergebnissen lässt sich ein leicht positiver Trend gegenüber dem Vorjahr ablesen. Dennoch bleibt für die öffentlichen Stellen noch viel zu tun, um ihre digitalen Angebote auch allen Menschen zugänglich zu machen. Hier ausgewählte Ergebnisse im Überblick:

  • 55 % der gecheckten Websites und mobilen Anwendungen haben eine Barrierefreiheitserklärung.
  • Alle eingehend gecheckten Websites und Apps erfüllen mindestens die Hälfte der Kriterien.
  • Keine dieser Websites und Apps erfüllt alle Kriterien.

Die häufigsten Probleme

Aus dem Bericht geht hervor, dass bei Websites und Apps die immer selben Mängel auftreten. Die häufigsten sind:

Informationen und Beziehungen

z.B. Überschriften-Hierarchie ist nicht richtig ausgezeichnet, Tabellen sind nicht vollständig ausgezeichnet, Formularelemente sind nicht korrekt mit ihren Beschriftungen verknüpft

Reihenfolge bei der Tastaturbedienung

z.B. der Fokus „hüpft“ an eine unerwartete Stelle, visuell versteckte Inhalte sind von der Fokusreihenfolge nicht ausgenommen

Nicht-textliche Inhalte

z.B. es fehlen aussagekräftige Alternativtexte zu Bildern, bei verlinkten Grafiken ist nicht angegeben wohin der Link führt

Farbkontraste

z.B. Texte auf der Seite haben keine ausreichenden Kontraste zum jeweiligen Hintergrund

Semantische Auszeichnung

z.B. interaktive Elemente wie Buttons sind als solche von assistierenden Technologien nicht richtig interpretierbar

6 Schritte zu einer barrierefreien Website

Wie öffentliche Stellen in Österreich ihre digitalen Angebote barrierefreier machen können, kann in sechs Punkten zusammengefasst werden. Dabei geht es von der Formulierung einer Barrierefreiheitserklärung über die Gestaltung barrierefreier Videos bis hin zum Aufbau von Know-how in den einzelnen Organisationen. Die FFG unterstützt dabei mit zahlreichen Tipps, Tricks, Handbüchern und Weiterbildungsangeboten. Hier die sechs Punkte und einige nützliche Links:

  1. Bei einer neuen Website die Barrierefreiheit schon in der Leistungsbeschreibung berücksichtigen – hier geht es zu Textbausteinen:
    Inklusives Vergabewesen im Verwaltungs-Wiki

  2. Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen und aktuell halten – wie das geht ist hier beschrieben: Informationen zur Barrierefreiheitserklärung auf der FFG Website

  3. Dateien wie beispielsweise PDFs oder Multimediainhalte, die auf der Website veröffentlicht werden, barrierefrei erstellen – wie das geht ist hier beschrieben:
    Tipps wie ein barrierefreies PDF aus Word erstellt werden kann (PDF)
    Tipps wie ein barrierefreies PDF aus Power Point erstellt werden kann (PDF)
    Tipps wie ein barrierefreies Video erstellt werden kann (PDF)

  4. Redaktionelle Aspekte der Barrierefreiheit beachten: hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
    Zum Handbuch (PDF)

  5. Top 5 Issues auf der Website checken und ggf. beheben – welche Barrieren das sind, ist hier beschrieben: Top Barrierefreiheits-Issues

  6. Schulungen zu diesen Themen besuchenauf der FFG Website gibt es eine Übersicht zu Seminaren