#Success Story: CIMULACT >> Forschung europaweit gemeinsam gestalten!

Was wird erforscht? Und welche Forschung wird gefördert? Forschungsprogramme beantworten diese Fragen und werfen ebenso eine wesentliche Frage auf: Wer gestaltet diese Programme? Im von der FFG unterstützten "Horizon 2020"-Projekt CIMULACT wurden BürgerInnen, ExpertInnen und EntscheidungsträgerInnen eingebunden und damit gesellschaftliche Bedürfnisse mit EU-Forschungsförderung stärker verknüpft. Partner aus 30 Ländern beteiligten sich, darunter auch das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das sich bereits seit rund zehn Jahren mit offenem Agenda-Setting für Forschungsprogramme beschäftigt.

Lösungsansätze für große gesellschaftliche Herausforderungen, von Demographie bis Klimawandel, benötigen den Beitrag von Forschung, Technologie und Innovation (FTI). Dabei gilt es insbesondere auch, dass gesellschaftliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Forschungsprogramme können von  offenem, partizipativem Agenda-Setting profitieren, in dem gemeinsam Zielsetzungen erarbeitet werden. Genau das hatte das "Horizon 2020"-Projekt CIMULACT im Fokus: In einem europaweiten partizipativen Verfahren haben mehr als 4.500 BürgerInnen, Stakeholder, ExpertInnen und EntscheiderInnen gemeinsam konkrete, langfristig relevante Forschungsthemen identifiziert.
 

Einer von 30 Visionsworkshops mit BürgerInnen, Wien 2015.
Fotocredit: ITA-WP

 

Insgesamt entwickelte CIMULACT mit Hilfe von mehr als 80 Workshops in 30 Ländern sowie einer Online-Konsultation konkrete Forschungsthemen. Die Ergebnisse fließen in die Gestaltung von Ausschreibungen im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizon 2020" (2014 – 2020) sowie in die Gestaltung des Nachfolgeprogramms "Horizon Europe" (2021 – 2027) ein, haben aber auch für die nationalen FTI-Agenden eine hohe Relevanz. 
 

Credit: CIMULACT Consortium

 

Partizipativer und kreativer Prozess in ganz Europa

In einem partizipativen und kreativen Prozess wurden zunächst die Bedenken, Wünsche und Visionen gesammelt und anschließend im Projektkonsortium mit Unterstützung externer ExpertInnen analysiert. Danach formulierten BürgerInnen, Stakeholder und ExpertInnen in Workshops 48 Forschungsthemen, darunter zB

  • Gesundheit, demographischer Wandel und Well-being ("Ich kann dem Wandel aktiv begegnen") und
  • nachhaltige Transportlösungen in der Personen- und Güterbeförderung, die es Menschen ermöglichen, an selbstgewählten Orten zu leben.

 

Diese 48 Forschungsthemen waren Basis für einen Policy Workshop, in dem ExpertInnen und EntscheidungsträgerInnen der Europäischen Kommission konkrete Forschungsthemen erarbeitet haben. Weiters wurden partizipative Methoden entwickelt, erprobt, vermittelt und bewertet. Insgesamt ist es mit CIMULACT gelungen, eine breite Öffentlichkeit aus 30 Ländern in die Gestaltung von Forschungsprogrammen einzubinden.

 

CIMULACT Projektkonsortium beim Co-creation Workshop, Mailand 2016.
Fotocredit: CIMULACT Consortium

 

Konsortium mit 29 Partnern aus ganz Europa

CIMULACT umfasst 29 Partner aus ganz Europa, koordiniert wird das Projekt vom Danish Board of Technology Foundation.

 

Das Konsortium im Überblick:

  1. The Danish Board of Technology Foundation (DBT), Dänemark (Koordination)
  2. Fraunhofer Institute for Systems and Innovation Research (ISI), Deutschland
  3. Österreichische Akademie der Wissenschaften (OeAW), Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA), Österreich
  4. Missions Publiques (MP), Frankreich
  5. Strategic Design Scenarios (SDS), Belgien
  6. Technology Centre of the Academy of Sciences (TCASCR), Tschechische Republik
  7. Institutul de Prospectiva (PROSPECTIVA), Rumänien
  8. Applied Research and Communications Fund (ARC fund), Bulgarien
  9. Green Dependent Institute Nonprofit Ltd (GDI), Ungarn
  10. Design Department (POLIMI), Italien
  11. Association for Science and Discovery Centres (ASDC), Großbritannien
  12. The Catalan Foundation for Research and Innovation (FCRi), Spanien
  13. The Swiss Centre for Technology Assessment (TA SWISS), Schweiz
  14. University of Helsinki, Finnland
  15. Norwegian Board of Technology (NBT), Norwegen
  16. The Institute for Sustainable Technologies – National Research Institute (ITeE-PIB), Polen
  17. Knowledge economy forum (KEF), Litauen
  18. Baltic Consulting, Lettland und Estland
  19. UNIVERSITY COLLEGE CORK (UCC), Irland
  20. Research institute (LEI), Niederlande
  21. MEDIATEDOMAIN (Lda), Portugal
  22. The University of Malta (UoM), Malta
  23. The Slovak Academy of Sciences (SAS), Slowakei
  24. Slovenian Business & Research Association (SBRA), Slowenien
  25. RTD Talos, Zypern
  26. 4motion, Luxemburg
  27. ODRAZ, Kroatien
  28. Statens geotekniska Institute, Schweden
  29. ATLANTIS CONSULTING, Griechenland

 

Projektleiter Niklas Gudowsky
Fotocredit: ITA-WP

 

ITA: Teil des Konsortiumkerns

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der ÖAW hat lange Erfahrung mit der Entwicklung, Planung und Durchführung partizipativer Verfahren und brachte sich im Projekt vor allem mit seiner fundierten Methodenkompetenz ein und war auch Teil des steuernden Konsortiumkerns. "Diese Kerngruppe traf alle strategisch wichtigen Entscheidungen gemeinsam", erläutert Projektleiter Niklas Gudowsky vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung. "Eine starke und frühe Kommunikation im Gesamtkonsortium trug wesentlich zum Gelingen bei", so Gudowsky.       

 

"Horizon 2020": Rund 75 Milliarden Euro für Forschung und Innovation
Das EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ ist das weltweit größte, transnationale Programm für Forschung und Innovation. Rund 75 Milliarden Euro stehen im Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung. Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG stellt als Nationale Kontaktstelle (National Contact Point, NCP) ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot zur Verfügung. Diese Maßnahmen werden von mehreren Ministerien (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung/BMBWF, Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort/BMDW, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie/BMVIT und weiteren) und der Wirtschaftskammer Österreich finanziert.