Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Alle Berichte der letzten Jahre stehen unten auf dieser Seite als Download zur Verfügung.
Ergebnisse des Wirkungsmonitorings der FFG Förderungen 2024
Das Wirkungsmonitoring 2024 bezieht sich auf im Jahr 2020 abgeschlossenen Forschungsprojekte.
Wirkungen in Unternehmen
- Das Monitoring zeigt einen Rückgang der grundsätzlich hohen Anteile junger und dienstleistungsorientierter Unternehmen im Sample. Gleichzeitig setzen sich Trends zu größeren Projekten mit mehr Personal fort, der Anteil weiblicher F&E-Mitarbeitender sinkt leicht.
- Für 16 % der Unternehmen war das umgesetzte Projekt die erste F&E-Aktivität, 56 % der Unternehmen blieben auch vier Jahre nach Projektabschluss in F&E aktiv und starteten zumindest ein Folgeprojekt. 30 % aller Unternehmen erhielten innerhalb von vier Jahren eine Folgeförderung für das F&E-Projekt, hauptsächlich aus nationalen Quellen, der Anteil an EU-Förderungen ging zurück.
- Seit Jahren kann beobachtet werden, dass der Anteil der Unternehmen, die ihre technischen Ziele vollständig erreichen konnten, bei etwas über 60 % liegt, während der Anteil der Unternehmen, die ihre wirtschaftlichen Ziele innerhalb von vier Jahren vollständig erreichen konnten bei etwas über 30 % liegt. Die in den Unternehmen auf Basis der Projekte entwickelten Innovationen verschieben sich zunehmend von Neuentwicklungen hin zu Verbesserungen von Produkten, Dienstleistungen und Verfahren. 37 % der Projekte führten in für die Unternehmen neue Aktivitätsfelder.
- Die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte hat sich bei rd. 23 % der projektbeteiligten Unternehmen stabilisiert. Der Anteil bei Anmeldungen von Kleinunternehmen liegt erstmals seit 2015 (Projektende) wieder über 15 %, während der Anteil bei Großunternehmen mit rd. 29 % den geringsten Wert seit 2011 (Projektende) aufweist. Hochtechnologieunternehmen melden deutlich häufiger gewerbliche Schutzrechte an als Mittel- und Niedrigtechnologie- sowie Dienstleistungsunternehmen.
- Erstmals haben mehr als 60 % der Unternehmen die Ergebnisse ihrer Projekte wissenschaftlich publiziert. Insbesondere KMU, Mittel- und Niedrigtechnologieunternehmen und wissensintensive Dienstleister haben deutlich häufiger publiziert als noch im Jahr zuvor.
- Während in Einzelprojekten deutlich häufiger gewerbliche Schutzrechte angemeldet werden als in Kooperationsprojekten (rd. 49 % vs. 8 %), werden Projektergebnisse aus Kooperationsprojekten deutlich häufiger publiziert als die Ergebnisse von Einzelprojekten (69 % vs. 42 %).
- Rd. 46 % der Unternehmen haben infolge der Verwertung des Projekts neue Mitarbeiter*innen eingestellt, rd. 40 % der Unternehmen konnten (zudem) Arbeitsplätze durch die Verwertung des Projekts sichern – was als ein Indikator hinsichtlich der Erwartungshaltungen der Unternehmen gewertet werden kann.
- In rd. 64 % der Unternehmen führte die Projektumsetzung zu zusätzlichen und in 54 % der Unternehmen (auch) zu gesicherten Umsätzen. Außerdem konnten rd. 17 % der Unternehmen vier Jahre nach Projektabschluss bereits Lizenzerlöse erwirtschaften. Etwa ein Drittel der Unternehmen (32 %) investierte während oder als Folge des Projekts in seine F&E-Infrastruktur.
- Insbesondere bei Kleinunternehmen zeigt sich eine hohe Verhaltensadditionalität der Förderung – diese Projekte wären ohne Förderung nicht oder in einem geringeren Umfang umgesetzt worden.
- Insgesamt lassen sich bei Einzelprojekten häufiger Effekte beobachten, die auf eine wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse schließen lassen (z.B. Anmeldung von Schutzrechten, Return on Investment, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit) als bei Kooperationsprojekten. Bei Kooperationsprojekten hingegen können häufiger nicht-wirtschaftliche Effekte wie die Veröffentlichung der Projektergebnisse (z.B. durch wissenschaftliche Publikationen) beobachtet werden, was auch darauf zurückzuführen ist, dass an Kooperationsprojekten häufig Forschungseinrichtungen beteiligt sind.
Wirkungen in Forschungseinrichtungen
- Forschungseinrichtungen sind zentrale Partner in kooperativen F&E-Projekten. 41 % der Forschungsprojekte werden durch Eigeninitiative der Forschungseinrichtungen angestoßen, während etwa 39 % auf eine gemeinsame Initiierung aus Forschung und Wirtschaft zurückzuführen sind. Letzterer Anteil hat in den letzten Jahren zugenommen. Impulse ausschließlich seitens der Unternehmen (16 %) und Ausschreibungen (4 %) bleiben als Anstoß für die Ausrichtung der Projekte stabil auf einem relativ geringen Niveau.
- In rund 73 % der Fälle konnten Projekte mindestens einem Vorprojekt zugeordnet werden – ein im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2014–2023 (67 %) leicht erhöhter Wert. Die Vorprojekte wurden überwiegend öffentlich gefördert (88 %). 62 % der Projekte führten zu mindestens einem Folgeprojekt. Die Mehrheit der Folgeprojekte wird über FFG-Mittel (78 %) finanziert. Der Anteil der rein unternehmensfinanzierten Folgeprojekte ist dagegen deutlich gesunken. Dies unterstreicht die antizyklische Wirkung von öffentlicher Forschungsförderung, da Unternehmen in Krisenzeiten rein privat finanzierte und nicht als strategisch zentral angesehene Forschungsfinanzierung reduzieren.
- Die Beteiligung unterschiedlicher, (zivil-)gesellschaftlicher Akteurstypen in den unterschiedlichen Phasen des Projekts geht tendenziell zurück und liegt bei 67 %. In 84 % waren zusätzliche Entwicklungsschritte notwendig, um die Projektergebnisse marktfähig zu machen. Weitere Projektergebnisse wie etwa Aussagen zur Machbarkeit oder die Übertragbarkeit in andere Anwendungsbereiche konnten häufiger als in den Vorjahren beobachtet werden.
- Der Anteil an Schutzrechtsanmeldungen mit Beteiligung der Forschungseinrichtungen stieg auf 10 %. Diese werden häufig kooperativ eingereicht. Projekte initiieren häufig akademische Qualifikationsarbeiten und tragen zur Weiterbeschäftigung von wissenschaftlichem Nachwuchs bei; institutionenübergreifende Personaltransfers in die Wirtschaft bleiben hingegen eher selten. Die Ergebnisse werden von den Forschungseinrichtungen intensiv publiziert: 83 % der Forschungseinrichtungen veröffentlichen in Journals oder Konferenzen. Zu den am häufigsten realisierten weiteren Transferaktivitäten zählen die Präsentation der Projektergebnisse bei Veranstaltungen (84 %), die Unterstützung von Projektpartnern bei der Umsetzung der Projektergebnisse (77 %) sowie die Integration in die Lehre (72 %).
- Wie in den Vorjahren zählen die Erweiterung wissenschaftlich-technologischer Expertise, eine gestärkte Position als Kooperationspartner sowie neue anwendungsorientierte Fragestellungen zu den zentralen Wirkungen abgeschlossener Projekte in den Forschungseinrichtungen. Auch die erhöhte Sichtbarkeit und Netzwerkbildung werden häufig als Wirkungen genannt, während direkte wirtschaftliche Verwertungseffekte wie Ausgründungen oder Lizenzerträge weiterhin selten bleiben. Insgesamt traten mit Projektende 2020 die genannten organisationsbezogenen Wirkungen häufiger auf als im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019.