Wirkungsmonitoring der FFG Förderung

Seit 1977 werden im Auftrag der FFG (bzw. der Vorgängerorganisation FFF) regelmäßig die Wirkungen der geförderten FTI-Projekte erhoben. Die Erhebung wird jährlich durchgeführt und die Fragestellungen werden kontinuierlich verbessert. Bis 2010 hat sich das Wirkungsmonitoring auf den Bereich der Basisprogramme bezogen, seither werden auch Projekte aus den anderen Programmen und Bereichen der FFG einbezogen. Mit dem Wirkungsmonitoring ist die KMU Forschung Austria beauftragt.

Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Alle Berichte der letzten Jahre stehen unten auf dieser Seite als Download zur Verfügung.


Zusammenfassung 2019

Das Wirkungsmonitoring 2019 bezieht sich auf im Jahr 2015 beendete Forschungsprojekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Wie auch in den vergangenen Jahren war die Beteiligung an den Befragungen hoch: Bei den Unternehmen wurde ein Rücklauf von 64 % (345 Projektteilnahmen) erreicht, bei den Forschungseinrichtungen 63 % (219 Projektteilnahmen).

Wirkung bei Unternehmen

Die durch die FFG geförderten Projekte tragen zur Verbreiterung der Innovationsbasis der Unternehmen bei, denn für etwa 10 % stellt das Projekt die erste F&E-Tätigkeit dar. In bereits F&E-aktiven Unternehmen werden die Projekte in 37 % der Fälle in neuen Aktivitätsfeldern umgesetzt, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. Unabhängig davon, ob ein Projekt in einem neuen oder bestehenden Aktivitätsfeld realisiert wurden, verfolgen die Unternehmen die Themen zumeist weiter. Dies ist ein Indiz, dass die geförderten Projekte auch zur Diversifizierung der F&E-Basis in Unternehmen beitragen.

Die Projekte werden nach wie vor weitgehend von Männern geleitet. Nach einem langsamen Anstieg ist der Anteil an Projektbeteiligung mit weiblicher Leitung von 13 % im Vorjahr auf 10 % gesunken. Wenn eine Frau die Projektleitung innehat, dann sind signifikant mehr Frauen in den Projektteams vertreten, allerdings sind diese Projekte im Durchschnitt deutlich kleiner.

Die Zielerreichung in den Projekten ist typischerweise sehr hoch, insbesondere aus technischer Sicht – in 36 % der Fälle wurden die Ziele vollständig erreicht, in 62 % zumindest teilweise. Die wirtschaftlichen Ziele wurden in 46 % der Fälle vollständig und in 32 % zumindest teilweise erreicht. Bei Kleinunternehmen hemmen primär weiterführende Entwicklungsarbeiten die wirtschaftliche Zielerreichung. Bei Großunternehmen sind neben der Veränderung der Nachfrage bzw. des Marktpreises zunehmend auch strategische Überlegungen relevant, wonach das Projekt (noch) nicht weiterverfolgt oder verwertet wurde. Der Anteil notwendiger weiterführender Entwicklungsarbeiten bis zur wirtschaftlichen Verwertung steigt insgesamt an, was hauptsächlich auf Projekte in den Kooperationsformaten zurückzuführen ist.

Bei Projektbeteiligungen mit wirtschaftlichem Verwertungsziel konnten in den ersten vier Jahren nach Projektende in 63 % der Fälle Arbeitsplätze durch die Verwertung der Projektergebnisse gesichert oder geschaffen werden. Auch bei F&E-Mitarbeiter*innen wurden deutliche, positive Beschäftigungseffekte erzielt (69 % der Projekte). Zwei Drittel der neuen F&E-Stellen wurden während der Projektlaufzeit geschaffen, 60 % davon wurden extern rekrutiert. Auch bei den nach Projektende geschaffenen F&E-Positionen entfallen 75 % auf neues Personal. Insgesamt wurde so viel neues, extern rekrutiertes F&E-Personal aufgestockt wie noch nie zuvor im Wirkungsmonitoring – wobei hier auch die konjunkturelle Entwicklung maßgeblichen Einfluss hat.

Aus beinahe 90 % der Projektteilnahmen resultierte zumindest eine innovative Lösung, auch wenn nicht alle Projektziele erreicht wurden. Die Arten der Innovationen verteilen sich über die Jahre weitgehend konstant: der Anteil an Projekten mit neuen Produkten liegt bei 49 %, jener von veränderten Produkten bei 26 %; in 13 % der Projektteilnahmen stellt (u.a.) ein adaptiertes Geschäftsmodell die Innovation dar. Wenn Unternehmen von neuen Geschäftsmodellen berichten, so hängen diese oft mit digitalen Anwendungen zusammen. Organisatorische Innovationen resultierten überwiegend aus Projekten mit Fokus auf Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen (Prozessoptimierung).

Die wirtschaftliche Verwertung der Ergebnisse erfolgte in 48 % der Projektbeteiligungen innerhalb von vier Jahren nach Projektende. Im Instrument Einzelprojekte verwerten im Jahr 2019 bereits 71 % der Unternehmen die Projektergebnisse, bei Kooperationsprojekten sind es allerdings nur 26 %, da viele dieser Projekte auf Erkenntnisgewinn abstellen (45 %). Insgesamt verschieben sich die Verwertungszeitpunkte weiter hinter das Projektende, was den oftmals hohen weiterführenden Entwicklungsbedarf bis zur Marktreife reflektiert.

Schutzrechte wurden in 29 % der untersuchten Projekte angemeldet. Wie auch im Vorjahr wurden besonders bei Einzelprojekten, sowie in den Branchen der Hochtechnologie und Mittelhochtechnologie Schutzrechte angemeldet. Auch 2019 deckten einige Unternehmen mit einer hohen Anzahl von Patenten technologische Nischen strategisch ab.

Wirkungen bei Forschungseinrichtungen

In den Forschungseinrichtungen diente das geförderte Projekt in 30 % der Projektbeteiligungen als Grundlage für einen neuen thematischen Schwerpunktinsbesondere in den Programmen COIN und Bridge.

Für die Umsetzung der F&E-Projekte wurden durchschnittlich 5,9 Personen eingesetzt. Die nach der Zahl der Mitarbeiter*innen gemessen größten Projekte wurden wie auch im Vorjahr von Fachhochschulen abgewickelt (9,2), gefolgt von Universitäten (5,6) und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (5,1). Rund 28 % aller Projektmitarbeiter*innen waren Diplomand*innen (Bachelor- und Masterstudierende), 40 % sonstiges Forschungspersonal (Professor*innen, Techniker*innen, Laborpersonal etc.), 18 % stellten Doktoratsstudent*innen und 13 % Post-Docs. In 76 % der Fälle wurden Diplomand*innen und in 73 % Doktorand*innen eingesetzt, was die Ausbildungsfunktion der geförderten Projekte unterstreicht.

Zu geförderten Folgeprojekten kam es in 62 % der Projektbeteiligungen: Im Durchschnitt folgten 2,3 Projekte auf das FFG-Projekt innerhalb von vier Jahren nach Projektende. Die wichtigste Finanzierungsquelle dieser Folgeprojekte ist wiederum die FFG mit 45 %. EU-Folgeprojekte ergaben sich bislang in 16 % der Projektteilnahmen, direkt durch Unternehmen und Institutionen finanzierte Folgeprojekte liegen bei 17 %.

Der Anstoß von Abschlussarbeiten ist eine wichtige Wirkungskategorie bei Forschungseinrichtungen: In 59 % der Teilnahmen führten die Projekte zu insgesamt 279 Diplomarbeiten oder Dissertationen. Die Weiterbeschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen erfolgte in 53 % der Projektbeteiligungen, der Wechsel von F&E-Personal zu Unternehmenspartnern des Projekts erfolgte bei 14 % der Projekte.

Insgesamt wurden 1.439 Transferaktivitäten gesetzt, im Durchschnitt 6,6 je Projektteilnahme. Disseminationsaktivitäten werden primär mit Beteiligung der Projektpartner getätigt. Wie in den Vorjahren ist die Publikation der Projektergebnisse in akademisch referierten Journalen die häufigste Form der Dissemination (84 % der Projekte).

Weitere Aspekte des Wissenstransfers umfassen z.B. die Präsentation der Ergebnisse für ein nicht-Fachpublikum oder Beiträge in Printmedien, Social Media usw. (48 %); eine Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Einrichtungen oder die Mitwirkung in Fachgremien erfolgte in 17 % der Projektteilnahmen, in 30 % wurden Daten veröffentlicht, in 10 % auch Software.

Ein relativ hoher Anteil an Forschungseinrichtungen sieht in den Projektergebnissen Potenziale für die Nutzung in anderen Anwendungsgebieten: 31 % bzw. 47 % stufen die Ergebnisse als sehr oder ziemlich relevant für andere Bereiche ein – dies impliziert ein hohes Potenzial für den Technologietransfer.

Schließlich zeigen sich auch wirtschaftliche Effekte bei den Forschungseinrichtungen. In 13 Fällen können Lizenzerlöse erwirtschaftet werden, zudem resultierten aus elf F&E-Projekten Ausgründungen, die sich teilweise noch im Prozess befinden.

Kontakt

DI Dr. Sabine Mayer
DI Dr. Sabine Mayer
FFG Strategie
T +43 5 7755 7014
sabine.mayer@ffg.at