Wirkungsmonitoring der FFG Förderung

Seit 1977 werden im Auftrag der FFG regelmäßig die Wirkungen der geförderten FTI&E-Projekte erhoben. Die Erhebung wird jährlich durchgeführt und die Fragestellungen werden kontinuierlich verbessert. Mit dem Wirkungsmonitoring ist die KMU Forschung Austria beauftragt.

Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Alle Berichte der letzten drei Jahre stehen unten auf dieser Seite als Download zur Verfügung.

Zusammenfassung 2021

Das Wirkungsmonitoring 2021 bezieht sich auf im Jahr 2017 beendete Forschungsprojekte ab einer gewissen Mindestgröße, für die kein programmspezifisches Monitoring der FFG durchgeführt wird. In diesem Jahr wurden zudem die Einflussfaktoren auf die wirtschaftliche Verwertung von Projektergebnissen gesondert in der Befragung berücksichtigt.

Es konnten 92 % der Unternehmen erreicht werden; der Netto-Rücklauf beträgt 61 % (372 Projektteilnahmen). In diesem Berichtsjahr ist erstmals der Anteil an Projektbeteiligungen an Thematischen Programmen im Wirkungsmonitoring größer als jener der Basisprogramme. Die Projektbeteiligungen verteilen sich auf 54 % Thematische Programme, 42 % Basisprogramme, 2 % Strukturprogramme sowie 2 % Luft- und Raumfahrtprojekte.

Forschungseinrichtungen (FE) werden im Wirkungsmonitoring ebenfalls berücksichtigt, weisen im Vergleich zu Unternehmen jedoch typischerweise weniger Projektteilnahmen auf. Insgesamt wurden 502 Projektteilnahmen erreicht und 344 Fragebögen ausgewertet. Dies entspricht einem Netto-Rücklauf von rd. 69 %.

Wirkungen in Unternehmen

Die F&E-Förderungen tragen dazu bei, die Innovationsbasis der österreichischen Wirtschaft zu verbreitern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. So führen 65 % der Projetbeteiligungen ein Folgeprojekt im Anschluss an die geförderte, erste F&E-Aktivität durch. 78 % der Projetbeteiligungen führen ein Folgeprojekt im Anschluss an die geförderte Erschließung eines neuen Aktivitätsfelds durch.

Folgeprojekte werden vermehrt in internationalen Konsortien durch Förderungen von EU-Institutionen durchgeführt. Die Überleitung vom nationalen Förderportfolio auf internationale Förderprogramme funktioniert. Zudem zeigt es, dass österreichische Unternehmen sich in der Ausrichtung ihrer F&E-Aktivitäten zunehmend international orientieren.

Frauen sind in Förderprojekten weiterhin unterrepräsentiert. Über den gesamten Beobachtungszeitraum gibt es keinen nachhaltig positiven Trend, der eine Veränderung dieser Situation nahelegt. Der Frauenanteil fällt im Durchschnitt je nach Förderinstrument signifikant unterschiedlich aus: bei Einzelprojekten sind es 15 %, bei Kooperationsprojekten 18 %.  Ein ausschlaggebender Faktor für den Frauenanteil ist das Geschlecht der Projektleitung. Ist die Projektleitung weiblich, ist auch der Frauenanteil signifikant höher als bei einer männlichen Projektleitung (31 % versus 13 % durchschnittlicher Anteil im Projekt über die letzten drei Jahre).

Die hohe Additionalität der Förderung bei kleinen Unternehmen unterstreicht die innovationsbasisverbreiternde Wirkung der direkten Forschungsförderung. 46 % der Kooperationsprojekte, welche neue Kontakte zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie den Wissens- und Technologietransfer fördern, könnten ohne Förderung nicht durchgeführt werden. Die Additionalität bei Einzelprojekten und für Großunternehmen ist deutlich geringer. 11 % der Einzelprojekte und 20 % der Projektebeteiligungen von Großunternehmen wären ohne Förderung nicht möglich. Falls Unternehmen ein Projekt auch ohne Förderungen durchgeführt hätten, würde es in 85 % der Fälle zu zeitlichen Verzögerungen kommen, was den wirtschaftlichen Verwertungserfolg nicht begünstigt.

Spezialthema Erfolgsfaktoren der wirtschaftlichen Verwertung

Neben der erwartenden Profitabilität waren insbesondere der Einbezug verschiedener unternehmensinterner und -externer Akteure wichtig für die wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse. Durch die Integration von Endnutzer*innen kann sichergestellt werden, dass sich F&E-Projekt an Kundenbedürfnissen orientieren. Die Berücksichtigung von Wissen und den Anforderungen der für die Produktion zuständigen Teile des Unternehmens können die Markteinführung beschleunigen. Die Höhe des Investitionsbedarfs und des Entwicklungsrisikos spielen für die wirtschaftliche Verwertung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, was für die Chancenorientierung der Projektbeteiligungen spricht.

Ein entscheidender Einflussfaktor für die wirtschaftliche Verwertung besteht darin, den F&E-Prozess an die Marktnachfrage anzupassen. Mit Abstand am relevantesten ist dabei die Zusammenarbeit zwischen kundennahen Mitarbeiter*innen und der F&E-Abteilung. Im Gegensatz zur Integration von Endnutzer*innen müssen dafür weniger Informationen nach außen gegeben werden. Je nach Marktbedingungen und F&E-Projekt kann dies im Interesse des Unternehmens liegen und einen kritischen Erfolgsfaktor darstellen. Insbesondere externe Beratungsleistungen aber auch interne systemische Marktanalysen sind im Vergleich zu direkten Kundeninformationen weniger relevant.

Wirkungen in Forschungseinrichtungen

Sowohl Vor– als auch Folgeprojekte wurden weiterhin zu einem hohen Anteil von der FFG finanziert. Bei den Folgeprojekten lässt sich aber seit einigen Jahren eine Aufwärtstendenz bei der Finanzierung durch die EU beobachten. Außerdem können wir bei den Folgeprojekten einen leichten Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren beobachten. Möglicherweise hemmte hier die COVID-19 Pandemie die Entstehung nachfolgender Projekte.

Kompetenzzentren und Fachhochschulen arbeiten in Projekten häufiger mit mehreren Unternehmen zusammen als andere Forschungseinrichtungstypen.

Zu Projektende war in über der Hälfte der Projekte noch ein definitiver, größerer Entwicklungsschritt zur Umsetzung der Projektergebnisse notwendig. Darüber hinaus besteht in den meisten Fällen auch Potenzial für Wissens- und Technologietransfer, d. h. zur Nutzung der Ergebnisse in anderen Anwendungsbereichen. Hier stellt sich die Frage, wie dieses Potenzial systematisch exploriert wird.

Auch bei den 2 % bzw. 12 % der Antworten, die die Projektergebnisse als eine mögliche Basis für Normung, Standardisierung, Zertifizierung, ansehen, stellt sich die Frage, wie diese Ergebnisse in die relevanten Prozesse integriert werden.

Schutzrechtsanmeldungen durch die Forschungseinrichtung ist nach wie vor auf einem niedrigen Niveau – meist erfolgt dies durch die beteiligten Unternehmen. Forschungseinrichtungen verwerten die Ergebnisse primär über Publikationen.

Disseminationsaktivitäten werden aufgrund spezifischer Anreizstrukturen häufiger von Hochschulen und Kompetenzzentrum als von außeruniversitären Forschungseinrichtungen durchgeführt. Weiterhin selten erfolgte die Einbindung der Zivilgesellschaft in F&E-Projekte, sei es durch Kooperationen mit Bürger*innen oder zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Kontakt

DI Dr. Sabine Mayer
DI Dr. Sabine Mayer
FFG Strategie
T +43 5 7755 7014