Wirkungsmonitoring der FFG Förderung

Seit 1977 werden im Auftrag der FFG (bzw. der Vorgängerorganisation FFF) regelmäßig die Wirkungen der geförderten FTI-Projekte erhoben. Die Erhebung wird jährlich durchgeführt und die Fragestellungen werden kontinuierlich verbessert. Bis 2010 hat sich das Wirkungsmonitoring auf den Bereich der Basisprogramme bezogen, seither werden auch Projekte aus den anderen Programmen und Bereichen der FFG einbezogen. Mit dem Wirkungsmonitoring ist die KMU Forschung Austria beauftragt.

Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Alle Berichte der letzten Jahre stehen unten auf dieser Seite als Download zur Verfügung.


Zusammenfassung 2018:

Das Wirkungsmonitoring 2018 (WiMon) bezieht sich auf im Jahr 2014 beendete Forschungsprojekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Wie auch in den vergangenen Jahren war die Beteiligung an den Befragungen hoch: Bei den Unternehmen wurde ein Rücklauf von 66,5 % (390 Projektteilnahmen) erreicht, bei den Forschungseinrichtungen 63,4 % (210 Projektteilnahmen).

Wirkung bei Unternehmen

Für 9 % der Befragten stellt das geförderte Projekt die erste F&E-Tätigkeit im Unternehmen dar, ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Für rund drei Viertel dieser Unternehmen wirkte das Projekt als Anstoß für weitere F&E-Projekte und trug somit zur Verbreiterung der Innovationsbasis bei.

13 % der Projekte in den Unternehmen wurden unter weiblicher Projektleitung durchgeführt – somit setzt sich der langsame Anstieg von Projektleiterinnen fort. Wenn eine Frau die Projektleitung übernimmt, sind auch signifikant mehr Frauen in den Projektteams vertreten.

35 % der Projekte lagen in einem neuen Aktivitätsfeld für das Unternehmen - im Durchschnitt seit 2011. Bei Kleinunternehmen sind die Projekte häufiger Anstoß für Neues als bei mittleren Unternehmen und Großunternehmen.

Insbesondere Großunternehmen erreichen die mit dem F&E-Projekt verbundenen wirtschaftlichen Ziele (70 %). Bei Kleinunternehmen und mittleren Unternehmen liegen die Werte im Bereich des langjährigen Mittels (59 %).

Direkte Beschäftigungseffekte bei F&E-Mitarbeiter_innen entstanden in 73 % der Projekt-beteiligungen. 64 % der neuen F&E-Stellen wurden während der Projektlaufzeit geschaffen. 53 % davon wurden durch unternehmensinterne Umschichtungen besetzt, 47 % wurden extern rekrutiert. Im Unterschied dazu entfallen 68 % der nach Projektende geschaffenen F&E-Positionen auf extern rekrutierte Personen. Wie auch 2017 wurden bei Kooperationsprojekten mehr externe F&E-Mitarbeiter_innen nach Projektende als während dem Projekt eingestellt, was auf verstärkten weiteren F&E-Bedarf deutet.

Durch die Verwertung der Projektergebnisse konnten in den ersten vier Jahren nach Projektende in 58 % der Fälle Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden (2011-2014 rd. 65%, 2015-2018 rd. 59%), wobei die konjunkturelle Entwicklung einen maßgeblichen Einfluss darauf hat.

Zur technologischen Wettbewerbsposition konnte bei 11 % der Projektteilnahmen zur internationalen Spitze aufgeschlossen werden. Unterschiede hinsichtlich der eingesetzten Förderinstrumente sind, wie bei allen Verwertungsaspekten, stark ausgeprägt.

Im Durchschnitt konnten 1,8 Innovationen je Projektbeteiligung entwickelt werden. Die Arten der Innovationen sind über die Jahre weitgehend konstant: der Anteil von neuen Produkten liegt bei 29 %, jener von veränderten Produkten bei 17 % der Projektteilnahmen.

Die wirtschaftliche Verwertung der Ergebnisse erfolgte in 50 % der Fälle innerhalb von vier Jahren nach Projektende. 2018 verwerten 65 % der Unternehmen in Einzelprojekten die Projektergebnisse, bei Kooperationsprojekten sind es 33 %.

Schutzrechte wurden in 27 % der untersuchten Projekte (2017: 25 %) angemeldet. Besonders bei Einzelprojekten, sowie Unternehmen in Branchen der Hochtechnologie und Mittelhochtechnologie meldeten Schutzrechte an.

Neben den untersuchten Förderprogrammen haben 39 % der Unternehmen auf zusätzliche Förderangebote für das Forschungsthema zurückgegriffen. In 62 % der Fälle wurde eine nationale Förderung genannt, in 21 % eine Förderung auf EU-Ebene und in 16 % eine regionale Förderung. Somit vergrößert sich der Vorsprung von europäischen zu regionalen Förderungen, der erstmals 2017 auftrat und die erfolgreiche Teilnahme von österreichischen Unternehmen an den Europäischen Programmen widerspiegelt.

64 % der Unternehmen tätigten Zusatzinvestitionen, um die Projektergebnisse auf dem Markt zu platzieren. Im Median tätigte ein Kleinunternehmen zusätzliche Investitionen in Höhe von € 110.000, ein mittleres Unternehmen von € 200.000 und ein Großunternehmen von € 500.000.

Insgesamt wären 39 % der Projekte ohne Förderung überhaupt nicht durchgeführt worden (2017: 32 %) - besonders häufig bei Innovationsnetzwerken (69 %) und Kooperationsprojekten (56 %). Die Unterschiede zu den Einzelprojekten (23 %) sind primär durch die jeweilige Instrumentenlogik sowie die höheren Fördersätze begründbar. Zudem zeigt sich auch 2018 wieder, dass kleinere Unternehmen geringere Fähigkeiten aufweisen, Projekte ohne Fördermittel durchzuführen.

Wirkungen bei Forschungseinrichtungen

Der Anteil an Projekten, die der Forschungseinrichtung als Grundlage für einen neuen Schwerpunkt dienten, ist von 28 % auf 32 % gestiegen. Dies trifft überdurchschnittlich für die Programme Bridge (39 %), COIN (53 %) und Neue Energien 2020 (38 %) zu.

Für die Umsetzung der F&E-Projekte wurden von den Forschungseinrichtungen durchschnittlich 5,4 Mitarbeiter_innen eingesetzt. Ein Drittel davon waren Bachelor- und Masterstudierende, 30 % Forschungspersonal wie Laborpersonal oder Professor-/Dozent_innen, 22 % stellten Doktoratsstudent_innen und 14 % Post-Docs. In 77 % der Projektteilnahmen wurden Diplomand_innen und/oder Doktorand_innen eingesetzt, und in 60 % Post Docs.

Die technische Projektzielerreichung liegt bei 49 % der Gesamtprojekte im vollen Umfang (2017: 40 %), in weiteren 45 % „trifft [dies] ziemlich zu“ (2017: 55 %). Zusammengenommen deckt sich dies mit den Angaben der Unternehmen.

Eine zukünftige Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Partnern nach einer erstmaligen Kooperation planen 26 % der Befragten, nach einer erstmaligen Zusammenarbeit mit Unternehmen sind es 37 %. In diesen Projekten geht damit ein deutlicher Impuls für die verstärkte Kooperation Wissenschaft-Wirtschaft aus, für die Österreich auch international anerkannt wird (Rang 1 im OECD Ranking).

Der Anstoß von Abschlussarbeiten ist eine wichtige Wirkungskategorie bei Forschungseinrichtungen: In 58 % der Teilnahmen führten die Projekte zu durchschnittlich 1,9 weiterführenden Diplomarbeiten oder Dissertationen.

Der Wechsel von F&E-Personal zu Unternehmenspartnern des Projekts erfolgte in 15 % der Fälle (2017: 16 %), wobei dieser Anteil je nach Ausgestaltung der Programme doch sehr unterschiedlich ist.

Zu geförderten Folgeprojekten kam es in 60 % der Projektbeteiligungen (Vorjahre: 57 % bis 63 %). Daraus entstanden mindestens 282 Folgeprojekte – im Durchschnitt folgten 2,3 Projekte auf das FFG-Projekt. Die wichtigste Finanzierungsquelle ist wiederum die FFG mit 45 % (Vorjahre: 42 % bis 49 %). EU-Folgeprojekte ergaben sich bislang in 10 % der Projektteilnahmen (Vorjahre: 9 % bis 14 %), direkt durch Unternehmen und Institutionen finanzierte Folgeprojekte liegen bei 21 % (Vorjahre: 20 % bis 21 %).

Disseminationsaktivitäten erfolgen primär mit Beteiligung der Projektpartner. Wie bereits in den Vorjahren ist die Publikation der Projektergebnisse in akademisch referierten Journalen die häufigste Form der Dissemination mit 81 % der Projekte. Im Durchschnitt wurden 7,3 Transferaktivitäten unterschiedlicher Art je Projektteilnahme gesetzt (2017: 6,7).

Kontakt

DI Dr. Sabine Mayer
DI Dr. Sabine Mayer
FFG Strategie
T +43 5 7755 7014
sabine.mayer@ffg.at