Wirkungsmonitoring der FFG Förderung

Im Auftrag der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) führt die KMU FORSCHUNG AUSTRIA seit über 30 Jahren regelmäßig ein Wirkungsmonitoring der von der FFG geförderten Projekte durch. Bis 2010 hat sich das Wirkungsmonitoring auf den Bereich der Basisprogramme bezogen, seither werden auch Projekte aus den anderen Programmen und Bereichen der FFG einbezogen. Alle Berichte der letzten Jahre stehen als Download zur Verfügung.

Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studien der vergangenen Jahre finden Sie rechts auf dieser Seite im Download.


Zusammenfassung 2017:

Das Wirkungsmonitoring (WiMon) der im Jahr 2013 abgeschlossenen FFG Projekte bezieht sich auf geförderte Projekte, in denen Unternehmen und Forschungseinrichtungen (inkl. Hochschulen) als Projektträger oder Partner auftreten.

Wirkung bei Unternehmen

Die traditionell hohe Rücklaufquote konnte im aktuellen Wirkungsmonitoring mit einer Netto-Rücklaufquote von 76 % noch einmal gesteigert werden. Auch heuer wurde auf eine Kombination aus elektronischer und postalischer Befragung gesetzt, um die größtmögliche Zahl von Unternehmen erreichen zu können.

Der Anteil der Projektteilnahmen des Basisprogramms liegt bei 42 % (2016 49 %), der Rest verteilt sich auf überwiegend kooperative Projekte eines heterogenen Portfolios der Thematischen und Strukturprogramme.

Wie auch in den vergangenen Jahren stellte das geförderte Projekt bei 10 % der Projektteilnahmen die erste F&E-Tätigkeit im Unternehmen dar. Für die Mehrheit der erstmalig F&E betreibenden Unternehmen, d.h. 7 %-Punkte bzw. 70%, wirkte das Projekt als Anstoß für weitere F&E-Projekte.

Seit der FFG WiMon Erhebung 2011 findet eine langsame, aber kontinuierliche Verschiebung der Projekte von bestehenden zu neuen Aktivitätsfeldern statt. In diesem Zeitraum stieg der Anteil von Projektbeteiligungen von Unternehmen, mit dem Ziel in ein neues Aktivitätsfeld einzudringen, von 32 % auf 38 %. Bei KU sind die Projekte öfter ein Anstoß für Neues als bei MU und GU.

In den ersten vier Jahren nach Projektende wurden in 44 % der Projektbeteiligungen mit wirtschaftlichem Verwertungsziel durch die Verwertung der Projektergebnisse Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen. Somit setzt sich der leichte Rückgang der letzten Jahre fort, der aufgrund der Dominanz bei den Beschäftigungseffekten v.a. durch geringere Beschäftigungseffekte im Basisprogramm bedingt ist.

29 % der geschaffenen bzw. gesicherten Arbeitsplätze entfallen auf Kleinunternehmen (2016: 22 %), der Anteil von Großunternehmen ist von 70 % auf 63 % gesunken, jener von mittleren Unternehmen liegt konstant bei rund 8 %. Die starke Zunahme bei KU kann durch den wachsendenAnteil kleiner Unternehmen im Feld der wissensintensiven Dienstleistungen zurückgeführt werden.

Direkte Beschäftigungseffekte bei F&E-MitarbeiterInnen entstanden aufgrund von externen Rekrutierungen (bei 28 % der Projektbeteiligungen) oder aufgrund von internen Umschichtungen (21 %). Bei den Instrumenten Einzelprojekte und Kooperationsprojekte wurde sowohl während dem Projekt als auch danach häufiger externes F&E-Personal rekrutiert als intern umgeschichtet. Auffällig ist, dass bei Kooperationsprojekten mehr externe F&E-MitarbeiterInnen nach als während dem Projekt eingestellt werden, was auf verstärkten weiteren F&E-Bedarf schließen lässt.

Eine Verbesserung der technologischen Wettbewerbsposition wird bei 63 % der Projektteilnahmen festgestellt (2016: 65 %). Innerhalb dessen wurde nach Einschätzung der Unternehmen bei 13 % der Projektteilnahmen international zur Spitze aufgeschlossen, was gleichermaßen auf große wie kleine Unternehmen zutrifft; instrumentenspezifische Unterschiede sind jedoch relativ stark ausgeprägt.

Insgesamt führten 87 % der Projektteilnahmen zu mindestens einer Innovation. Die Arten der Innovation verteilen sich über die Jahre sehr konstant; der Anteil von neuen Produkten ist seit 2013 etwas rückläufig, konnte sich 2017 aber auf dem Wert von 2014 erholen. Absolut gesehen entstehen die meisten Innovationen in Einzelprojekten, die vor allem in Produktinnovationen ihren Niederschlag finden.

Schutzrechte wurden in 25 % der untersuchten Projekte (2016: 26 %) angemeldet, die sich auf 315 Schutzrechte summieren. Diese konzentrieren sich stark auf einzelne Projekte (insb. innerhalb dem Förderinstrument Einzelprojekt), sowie auf Unternehmen in den Branchen der Mittelhochtechnologie oder den wissensintensiven Dienstleistungen. Des Weiteren resultierten beinahe 50 % der Projekte in zumindest einer wissenschaftlichen Publikation.

Eine wirtschaftliche Verwertung der Ergebnisse erfolgte in 47 % der Projektbeteiligungen innerhalb von vier Jahren nach Projektende (d.h. Implementierung von Prozessinnovationen bzw. adaptierte oder neue Produkte, Dienstleistungen, etc.). In Einzelprojekten werden im Jahr 2017 63 % der Ergebnisse der 2013 abgeschlossenen Projekte verwertet, bei Kooperationsprojekten 32 %. Einzelprojekte umfassen also anwendungsnähere Projekte, die mehrheitlich bereits in den nahen Anschlussjahren nach Projektende zur Verwertung beitragen. Im Vergleich über die Jahre können wir bei einem Teil des Portfolios eine Verschiebung des Vermarktungszeitpunkts in die Zukunft beobachten, insbesondere bei den Kooperationsprojekten, aber auch bei den Einzelprojekten.

Wirkungen bei Forschungseinrichtungen

Das Monitoring bei Forschungseinheiten wurde ausschließlich mittels eines Online-Fragebogens umgesetzt. Von den 402 erreichten Projektteilnehmern beantworteten 232 den Fragebogen; dies entspricht einer Netto-Rücklaufquote von 58 %.

Der Schwerpunkt der Befragung von Forschungseinheiten (FE) liegt nach der Instrumentenlogik der FFG bei den Kooperationsprojekten (66 %), gefolgt von Wissenschaftstransfer (12 %) sowie den Innovationsnetzwerken (10 %).

Seit 2015 steigt der Anteil an Projekten, die in bestehende thematische Schwerpunkte der Forschungseinrichtungen fallen (2015: 53 %, 2016: 60 %, 2017: 62 %). Analog dazu sinkt der Anteil jener Projekte, die der FE als Grundlage eines neuen Schwerpunktes dienen, auf 28 % (2014: 35 %). In 10 % der Projektbeteiligungen streifte das Forschungsprojekt nur einen Randbereich der Aktivitäten.

Für die Erfüllung der F&E-Tätigkeiten wurden von den 184 Forschungseinrichtungen 1.194 MitarbeiterInnen zur Bearbeitung der Aufgabenstellungen einbezogen - damit stieg der Durchschnitt pro Projekt von 5,8 auf durchschnittlich 6,5 MitarbeiterInnen. Die an der MitarbeiterInnenzahl gemessen größten Projekte wurden von Fachhochschulen abgewickelt (9,6: z.B. in COIN Aufbau), gefolgt von Außeruniversitären FE (6,3) und Universitäten, die rund 5,8 Personen pro Projekt einsetzten.

Knapp die Hälfte war Forschungspersonal auf der Ebene von Post-docs, LabormitarbeiterInnen oder DozentInnen (Kategorie „sonstiges F&E Personal), rund 32% waren DiplomandInnen (inkludiert Bachelor- und MasterstudentInnen), 20 % stellen DoktoratsstudentInnen. In 80 % der rückmeldenden Projektteilnahmen wurden DiplomandInnen eingesetzt, in 83 % DoktorandInnen, und in 67 % Post Docs.

Rund 57 % der Forschungseinheiten konnten die eigenen Projektziele in vollem Umfang umsetzen, weitere 41 % zum größten Teil. Nach Einschätzung der FE konnten, wie auch im Vorjahr, in 40 % der Projekte auch die Ziele des Gesamtprojektes in vollem Umfang erreicht werden; in weiteren 55 % „trifft [dies] ziemlich zu“. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass die Projekte insofern erfolgreich waren, als die Resultate nutzbringend eingesetzt werden konnten, auch wenn nicht alle Projektziele erfüllt wurden. Zusammengenommen deckt sich dies mit den Angaben der Unternehmen, die dies mit 92 % angeben.

Neue Kontakte und der Anstoß von weiterführenden Diplomarbeiten/Dissertationen sind die wichtigsten Wirkungskategorien für Forschungseinrichtungen. In 61 % der Teilnahmen führten die Projekte zu insgesamt 318 weiterführenden Diplomarbeiten oder Dissertationen an den FE (1,8 je Projektteilnahme).

Der Wechsel von F&E-Personal (inkl. DiplomandInnen oder DissertantInnen) zu Unternehmenspartnern des Projekts erfolgte in 16 % der Fälle.

Disseminationsaktivitäten erfolgen primär mit Beteiligung der Projektpartner. Insgesamt wurden 1.426 Transferaktivitäten gesetzt (2016: 1.229), im Durchschnitt 6,1 je Projektteilnahme (Vorjahr: 5,6). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr kann durch den Abschluss einiger großer COIN und Laura Bassi Forschungsprojekte erklärt werden (die ersten Laura Bassi-Projekte wurden 2013 abgeschlossen).