Wirkungsmonitoring der FFG Förderung

Im Auftrag der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) führt die KMU FORSCHUNG AUSTRIA seit über 30 Jahren regelmäßig ein Wirkungsmonitoring der von der FFG geförderten Projekte durch. Bis 2010 hat sich das Wirkungsmonitoring auf den Bereich der Basisprogramme bezogen, seither werden auch Projekte aus den anderen Programmen und Bereichen der FFG einbezogen. Alle Berichte der letzten Jahre stehen als Download zur Verfügung.

Bei diesen Analysen geht es darum, im Sinne eines Erfolgsnachweises Aussagen über die Auswirkungen der eingesetzten Förderungsmittel zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studien der vergangenen Jahre finden Sie rechts auf dieser Seite im Download.


Zusammenfassung 2016:

Das Wirkungsmonitoring der FFG Förderung bezieht sich sowohl auf die Projektbeteiligungen der Unternehmenspartner als auch auf die beteiligten Forschungseinrichtungen (inkl. Universitäten und Fachhochschulen), die vor vier Jahren ein FFG Projekt abgeschlossen haben.

Unternehmen

Die hohen Rücklaufquoten der Vorjahre konnten mit rd. 68% auch in diesem Jahr erreicht werden. Der Anteil der Projektteilnahmen des Basisprogramms liegt bei 49% (2015: 44%). 

Mit 37% der Projektteilnahmen wollten die Unternehmen in neue Geschäfts- bzw. Aktivitätsfelder vorstoßen.

Einen Projekterfolg aus technischer Sicht im Sinne davon, dass die Ergebnisse nutzbringend eingesetzt werden konnten, verzeichneten 90% der befragten Unternehmen. Darüber hinaus konnten mehr als die Hälfte der geförderten Projekte (59%) auch die wirtschaftlichen Projektziele erreichen. Diese Erfolgsquoten sind über die Jahre, insbesondere bei den Einzelprojekten, von sehr hoher Beständigkeit.

Die technischen Erfolgsquoten der durchgeführten Projekte steigen eindeutig mit zunehmender FuE-Personalintensität über alle Größenklassen hinweg. Die wirtschaftliche Projektzielerreichung ist prinzipiell auch positiv mit der FuE-Personalintensität der Unternehmen assoziiert, aber bei größeren Unternehmen weniger eindeutig.

In den ersten vier Jahren nach Projektende entfalteten 43% der Projektbeteiligungen positive Wirkungen auf die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen (2015: 48%, 2014: 50%). Der Rückgang des Anteils der Unternehmen mit Beschäftigungseffekten ist voranging auf Projektbeteiligungen abseits der Einzelprojekte (Basisprogramm) zurückzuführen, wenngleich auch der Anteil in den Einzelprojekten heuer leicht gesunken ist. 

Neue Arbeitsplätze entstehen primär für Personen mit hohem Qualifikationsniveau. Über 60% der geschaffenen Arbeitsplätze entsprechen dem Qualifikationsniveau eines Hochschulabschlusses.

Eine Verbesserung der technologischen Wettbewerbsposition wird bei 65% der Projektteilnahmen durch Unternehmen festgestellt. Innerhalb dessen wurde nach Einschätzung der Unternehmen bei 16% der Projektteilnahmen international zur Spitze aufgeschlossen. 

Insgesamt führten 81% der Projektteilnahmen zu mindestens einer Innovation. Produktinnovationen sind mit Abstand die häufigste Innovationsform im Instrument Einzelprojekt, häufiger als dies in den anderen Instrumenten der Fall ist.

Schutzrechte wurden in 26% der untersuchten Projekte eingereicht, wobei diese eine Summe von 313 Schutzrechten bilden. Diese konzentrieren sich stark auf einzelne Projekte (insb. innerhalb dem Förderinstrument Einzelprojekt). Des Weiteren resultierten 50% der Projekte in zumindest einer wissenschaftliche Publikation.

Insgesamt wären 34% der Projekte ohne Förderung nicht durchgeführt worden. Instrumente mit höherer Marktferne bzw. Risiken zeigen höhere Additionalität der Förderung.

Unternehmen, die mehrere FuE-Projekte verfolgen, entscheiden sich vorrangig auf Grund der finanziellen (89%) und technischen Risiken (86%) für eine Einreichung. Die Nähe zu den Kernaktivitäten des Unternehmens ist für rd. 75% ein wesentliches Entscheidungskriterium. Alle Projekte einzureichen, die für eine Förderung relevant sein könnten, kommt hingegen nur für rd. ein Drittel der Befragten in Frage.

Forschungseinheiten (inkl. Universitäten und Fachhochschulen)

Von den 385 erreichten Projektteilnehmern beantworteten 226 den online-Fragebogen; dies entspricht einer Netto-Rücklaufquote von 58,4%.

Der Schwerpunkt der Befragung von Forschungseinheiten (FE) liegt nach der Instrumentenlogik der FFG bei den Kooperationsprojekten (70%), gefolgt von Wissenschaftstransfer (16%) sowie den Innovationsnetzwerken (7%).

Der Impuls zur Durchführung der Projekte ist in knapp 43% der Fälle von den FE selbst ausgegangen.

Wie im Vorjahr konnte ein hoher Anteil von rd. 60% der Projekte inhaltlich zumindest einemFuE-Vorprojekt in der FE zugeordnet werden.

Bei 63% der Projektbeteiligungen sind bislang Folgeprojekte entstanden. Rd. 42% dieser Projektteilnahmen werden wieder durch die FFG unterstützt. Niedriger ist der Anteil direkt durch Unternehmen (u.a. Institutionen) unterstützter Folgeprojekte (20%), anderer Förderprogramme auf nationaler und regionaler Ebene (15%), bzw. EU Projekte (13%).

Grundlagenforschungsnähere Fragestellungen sind auch in Projekten des FFG Portfolios relevant. Insgesamt wurde von den ForscherInnen in den kooperativen Projekten ein Viertel ihrer FuE-Aktivitäten überwiegend grundlagenforschungsnahen Fragestellungen zugerechnet.

Nach außen gerichtete Wirkungen der Projekte werden primär durch erweiterte Expertise, Reputation und Netzwerkeffekte festgemacht. Nahezu alle Befragten gestanden dem Projekt zu, die Expertise des Instituts erweitert zu haben.

Der Wechsel von Forschungspersonal nach dem Projektende (inkl. DiplomandInnen und DissertantInnen) in die am Projekt beteiligten Unternehmen liegt bei 14% (Vorjahr: 16%); 13% der befragten FE verzeichneten zudem einen Wechsel zu einem wissenschaftlichen Projektpartner.

Für die Erfüllung der FuE-Tätigkeiten wurden von 136 Forschungseinrichtungen 1.284 MitarbeiterInnen zur Bearbeitung der Aufgabenstellungen einbezogen. Etwa die Hälfte davon war Forschungspersonal auf der Ebene von Post-docs, LabormitarbeiterInnen, DozentInnen, etc. Des Weiteren waren 358 DiplomandInnen (in 128 Projekten) und 303 DoktorandInnen (in 128 Projekten) in die FuE-Tätigkeiten eingebunden.

Fast drei Viertel der Projektteilnahmen (73%) führten zu neuen Kooperationen und Kontakten im FuE Bereich. Weitere 59% der Befragten gaben an, dass weiterführende Diplomarbeiten oder Dissertationen angestoßen wurden. Dies summiert sich auf rd. 315 Diplomarbeiten und Dissertationen, die noch nach Abschluss der Projekte gestartet wurden.

Die mit rd. 81% am häufigsten gewählte Art der Dissemination der Projektergebnisse war zum einen die Publikation in akademisch referierten Journalen und referierte Konferenzteilnahmen. Aber auch weitere akademische Konferenzen ohne gleichzeitige Publikation (rd. 79%) und praxisorientierte Fachzeitschriften (52%) werden genutzt.