Im Rahmen der 2. Einreichfrist des Programms „Spin-off Fellowships“ (10.05.–19.09.2023) wurden von insgesamt 34 eingereichten Anträgen 12 Anträge im Rahmen der Sitzung des Bewertungsgremiums zur Förderung empfohlen. Die Empfehlung wurde durch das zuständige Ministerium (BMBWF) genehmigt. Die genehmigte Bundesförderung beträgt 5,25 Mio. EUR.
Droso_Ex: Ein nachhaltiges Biozid gegen Kirschessigfliegen
Universität Graz – Graz
Ziel ist die Entwicklung eines umweltfreundlichen Biozids zur Bekämpfung der invasiven asiatischen Kirschessigfliege (Drosophila suzukii). Durch Klimawandel begünstigt, verursacht sie massive Ernteschäden im Obst- und Rotweinbau. Das Biozid setzt auf natürliche Lock- und Wirkstoffe, erfordert keine riskanten Pestizideinsätze und schont nützliche Insekten. Im Zuge des FFG Spin-Off-Fellowships entsteht ein marktreifer Prototyp, der in Labor- und Feldversuchen erprobt wird und die Zukunft des Rotweins garantiert.
Fellows: Michaela Fröhlich, LL.B. oec. & Dr. Giovanni Davide Barone
Host: Ao. Univ.-Prof. Dr. Walter Gössler
Sensor Systems and Technologies for scalable monitoring of snow avalanches and other geophysical processes
Universität Graz – Graz
Aktuelle Lawinenbeurteilungen sind oft punktuell, manuell und mit Risiken verbunden. Sie erfassen zudem meist nur Lawinenereignisse, die Schäden an Menschen und/oder Infrastruktur verursacht haben. Dieses Projekt revolutioniert diesen Ansatz durch den Einsatz modernster, kostengünstiger Sensorik und Satellitendaten, die eine flächendeckende, kontinuierliche und automatisierte Beurteilung und Vorhersage der Lawinengefahr ermöglichen. Dadurch wird nicht nur die Sicherheit in betroffenen Regionen erhöht, sondern auch eine umfassende Datengrundlage realisiert, die bisher unberücksichtigte Lawinenaktivitäten einschließt.
Fellow: Mag. Bakk. Ing. Thomas Gölles, PhD
Host: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schöner
Development of the drug candidates against gonorrhea
Universität Wien – Wien
Ziel des Projekts ist die Entwicklung neuartiger präklinischer Wirkstoffkandidaten als Ultra-Nichtspektrum-Antibiotika gegen die wichtigsten menschlichen Krankheitserreger, wobei der Schwerpunkt auf der durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae verursachten Geschlechtskrankheit Gonorrhö liegt.
Fellow: Thi Hong Nhung Nguyen, MSc.
Host: Univ.-Prof. Dr. Thomas Böttcher
Drahtlose Sensorsysteme für das Bauwerksmonitoring
Technische Universität Graz – Graz
Ziel des Projekts ist es, eine nachhaltige und kosteneffiziente Gesamtlösung (Baukastensystem) zum Bauwerksmonitoring in Form eines drahtlosen Sensornetzwerksystems einschl. eines cloudbasierten Softwareframeworks mit Tools zur Datenanalyse und -visualisierung, zur präventiven Risikobewertung, zur Dokumentation und zur Alarmierung zur Marktreife weiterzuentwickeln.
Fellows: DI (FH) Helmut Pongratz & DI Thomas Mülleder, BSc.
Host: Univ.-Prof. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dr.-Ing. Markus Krüger
Power Processing for Defect Detection
Pro2Future GmbH – Graz
Das Ziel des Projekts P2D2 ist die Erweiterung der bestehenden mathematischen ML-Methoden auf den traditionellen Bearbeitungsprozess. Mit der Prozessinnovation sollen künftig Materialfehler oder Defekte WÄHREND des Bearbeitungsprozesses erkannt werden, d.h. in Echtzeit während des Fertigungsprozesses, ohne dass zusätzliche Hardware benötigt wird und unter Nutzung vorhandener Edge-Systeme.
Fellows: DI Dr. Muaaz Abdul Hadi & DI Dr. Stefan Trabesinger
Host: DI Gerd Hribernig
Nachhaltige Siebdruckfarben für Textil- und Papierdruck koloriert mit Pigmenten aus Pflanzenfarbstoffen.
Universität Innsbruck – Innsbruck
Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft entwickelt Dr. Judith Deriu am Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn nachhaltige und umweltfreundliche Siebdruckfarben und Pflanzenpigmente für Textil- und Papierdruck. Im Fokus des Entwicklungsprozesses stehen, die Umstellung von petrochemische auf nachwachsende Rohstoffe, das drastische Reduzieren von chemischen Syntheseschritten und der Erhalt der biologischen Abbaubarkeit aller Bestandteile.
Fellow: Dr.in Judith Deriu
Host: Univ.-Prof. Dr. Tung Pham
Lipid-like liquid crystals as proton conducting materials for fuel cells
Universität Graz – Graz
Das Team an der Universität Graz hat eine neue Membrantechnologie entwickelt, die auf bio-inspirierten Molekularstrukturen (ProLipEMs) basiert. ProLipEMs haben nicht nur eine geringere Umweltbelastung während ihres gesamten Lebenszyklus, sondern einige der chemischen Bausteine können auch aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen werden. Diese neuen Membranlösungen würden es daher ermöglichen, umweltschädliche Membranen auf PFAS-Basis direkt zu ersetzen und auch den Betriebsbereich von Brennstoffzellen auf einen breiteren Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich auszudehnen. Im Rahmen dieses Spin-off-Projekts will das Team die neuen Materialien für den Einsatz in Brennstoffzellen optimieren, indem es ihre Leitfähigkeit, Stabilität und Lebensdauer in Brennstoffzellengeräten untersucht und gleichzeitig die Herstellungsprozesse skaliert.
Fellows: Dr. James Jennings & DI Kurt Mayer, BSc.
Host: Assoz. Prof. DI Dr. Georg Pabst
An Austrian deep tech, hidden champion for superconducting quantum computer hardware
Österreichische Akademie der Wissenschaften – Wien
Am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Wien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erforscht das Team von Markus Aspelmeyer und Philip Schmidt Quantensysteme und verbessert deren Messgenauigkeit. Im Rahmen ihrer Forschung haben sie einen Quantenverstärker entwickelt, der Signale verschiedener Frequenzen gleichmäßig verstärkt. Diese Innovation eröffnet neue Möglichkeiten für die Skalierung von Quantencomputern. Im Rahmen des FFG-Fellowships streben wir die Entwicklung von Prototypen an, die wir in Zusammenarbeit mit führenden Herstellern von Quantencomputern im praktischen Einsatz testen werden.
Fellow: Dr. Philip Schmidt, BSc., MSc.
Host: Univ.-Prof. Dr. Markus Aspelmeyer
SustaInable SYngas Production by Highly-efficient CO2 UtiliSation
Montanuniversität Leoben – Leoben
Die Umwandlung von CO2 in wertvolle Produkte ist unter dem Stichwort Carbon Capture and Utilization (CCU) bekannt. Sisyphus forscht an einer derartigen Technologie, in der das CO2 mit grünem Wasserstoff zu sogenanntem erneuerbarem Synthesegas umgesetzt wird, welches ein Ausgangsstoff für die Herstellung vieler weiterer Produkte ist. Unter anderem können auf diesem Weg nachhaltige Treibstoffe, etwa für die Luftfahrt (Sustainable Aviation Fuels, SAF), erhalten werden.
Fellows: Dr. Thomas Cotter & DI Lorenz Lindenthal
Host: Univ.-Prof. Dr.Christoph Rameshan
Non-Invasive Measurement of RF signals on Integrated Circuits
Technische Universität Wien – Wien
Die „SuRF“-Technologie (sub-µm radio frequency sensing), die am Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik (ACIN) der TU Wien entwickelt wird, ermöglicht die kontaktlose Messung & Analyse von Signalen in Hochfrequenz (HF)-Chips mit unerreichter Genauigkeit. Diese Chips sind essenzielle Bestandteile moderner Kommunikationssysteme sowie alltäglicher Geräte wie Smartphones. Aufgrund steigender Komplexität zukünftiger Chip-Generationen haben herkömmliche Messmethoden zunehmend Schwierigkeiten den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Zum Schließen dieser (in der Halbleiter-Industrie als „Verification-Gap“ bekannten) Lücke, ist die Entwicklung innovativer Messmethoden essenziell.
Fellow: DI Thomas Hackl, BSc.
Host: Univ.-Prof. DI Dr. Georg Schitter
Safe Vascular Access Needle for Neonatal and Small Animal Emergency
Medizinische Universität Wien – Wien
Dieses Projekt verfolgt zwei Ziele: die Entwicklung eines sicheren und automatischen Geräts, mit dem lebensrettende Medikamente direkt in den Knochen von Neugeborenen und Kleintieren verabreicht werden können, und die Entwicklung eines realitätsnahen Trainers.
Fellow: Dr.in Gunpreet Oberoi
Host: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Drexler
Tissue-infiltrating Lymphocytes - Direct Evaluation of Receptors
Medizinische Universität Graz – Graz
Der Einsatz von Immunzellen zur Behandlung von Krebs, eine Form von Immuntherapie, verspricht in der modernen Medizin große Hoffnung. Insbesondere bei Patienten mit begrenzten Behandlungsmöglichkeiten und/oder fortgeschrittenem Krebsstadion kann diese Art von Therapie vollständige Heilung ermöglichen, jedoch spricht nur ein Teil der Patienten an. TIL-DER testet Immunzellen auf ihre Wirksamkeit, so dass gezielt heilende Zellen verabreicht und somit die Effizienz der Therapie erheblich verbessert werden können.
Fellows: Ana Santiso, MSc. & Dr. Oliver Kindler
Host: Dr.in Julia Kargl