Spin-off Fellowship – Geförderte Projekte

Erfolge des Spin-off Fellowship Programms:

Von 91 bisher eingereichten Anträgen wurden 24 Projekte zur Förderung genehmigt.


NHALTSVERZEICHNIS

1) Geförderte Projekte 3. Runde
2) Geförderte Projekte 2. Runde
3) Geförderte Projekte 1. Runde


1) Geförderte Projekte 3. Runde

Im Rahmen der 3. Einreichfrist des Programms „Spin-off Fellowships“ (17.10.2018 – 20.03.2019) wurden von insgesamt 26 formal gültig eingereichten Anträgen 9 Anträge im Rahmen der Sitzung des Bewertungsgremiums zur Förderung empfohlen. Die Empfehlung wurde durch das zuständige Ministerium (BMBWF) genehmigt. Die genehmigte Bundesförderung beträgt 3,4 Mio EUR.

>> ComBioPro

Computational BioProcess Design
Technische Universität Graz – Steiermark

Biopharmazeutische Wirkstoffe, wie sie in der Krebsbehandlung eingesetzt werden, werden von Mikroorganismen erzeugt, für die der Bioreaktor optimale Lebensbedingungen bereitstellt. Christian Witz vom Institut für Prozess-und Partikeltechnik entwickelt zusammen mit seinem Team eine hoch performante Simulationssoftware für Bioreaktoren, welche Einblicke in die komplexen Herstellungsprozesse pharmazeutischer Wirkstoffe ermöglicht. Die Software, welche im Zuge des Fellowships zur Marktreife gelangen soll, ermöglicht nun erstmalig, am Computer das Design und die Betriebsparameter des Reaktors zu optimieren.
Fellow: DI Dr. Christian Witz, BSc.
Host: Prof. DI Dr. Johannes Khinast
 

>> KinCon biolabs

Vorhersage der Wirksamkeit von Kinaseinhibitoren (Krebsmedikamenten) durch patientenspezifische Kinasereporter
Universität Innsbruck – Tirol 

Philipp Tschaikner und sein Team entwickeln neuartige Reportersysteme, um die Aktivitäten von mutierten Kinasen (Enzyme die eine wichtige Rolle bei der Entstehung vieler Krankheiten einnehmen) systematisch zu quantifizieren. Mit Hilfe der bereits zum Patent angemeldeten KinCon Technologie soll somit das zeit- und kostenintensive Verfahren der präklinischen Entwicklung von Kinaseinhibitoren, die hauptsächlich bei Krebstherapien eingesetzt werden, verbessert werden. Der Einsatz von KinCon Biosensoren soll es ermöglichen die Medikamentenwirksamkeit im Kontext von unterschiedlichen, bei Patienten auftretenden Kinasemutationen direkt in lebenden Zellen zu bestimmen.
Im Rahmen des FFG Spin-Off Fellowships werden diesbezüglich zwei Machbarkeitsstudien im Bereich Brust- und Hautkrebs durchgeführt, in denen die Tauglichkeit des KinCon Biosensor-systems für die Medikamentenentwicklung validiert wird, um so die Praxistauglichkeit und Marktreife der Technologie unter Beweis zu stellen.
Fellow: Philipp Tschaikner, MSc.
Hosts: Privatdozent Dr. Eduard Stefan & Ao.Univ.-Prof. Dr. Rainer Schneider
 

>> NANOLIGNIN 

Produkt- und Prozessentwicklung für nano- und mikroskaliges Lignin aus erneuerbaren Ressourcen
Technische Universität Wien – Wien

Angela und Martin Miltner werden mit Ihrem Team am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der Technischen Universität Wien eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative für UV-Blocker in Produkten des täglichen Bedarfs entwickeln. Diese Alternative ist Lignin, ein natürlicher Bestandteil von verholzter Biomasse, das in Form von Partikeln im Mikro- und Nanogrößenbereich (Nanolignin) gewonnen wird. Zur Herstellung dieser Partikel wird eine von ihnen patentierte Technologie eingesetzt, die im Zuge des Projektes zur Marktreife gebracht werden soll. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit zwei Firmen aus der Lack- und Kosmetikindustrie anhand der Anwendung des Nanolignins als UV-Blocker in wasserbasierten Lacken und Sonnencremen.
Fellows: DI Dr. Angela Miltner & DI Dr. Martin Miltner
Host: Univ.-Prof. DI. Dr. Anton Friedl
 

>> NovoSome 

Effiziente und nachhaltige orale Applikation von Pharmazeutika durch maßgeschneiderte Etherlipide
Technische Universität Wien – Wien

Das Team von David Wurm und Julian Quehenberger entwickelt eine Technologie, durch die Spritzen mit Tabletten ersetzt werden können. Normalerweise werden Wirkstoffe bei oraler Einnahme im Magen von Säure und Enzymen zersetzt. Außerdem werden die Arzneimittel durch deren kurze Aufenthaltszeit im Darm nur teilweise von Körper aufgenommen.
Durch Verpacken von Wirkstoffen in speziellen Lipidhüllen können diese den Magen passieren und bleiben an der Darmschleimwand kleben. Dort wird der Wirkstoff langsam abgegeben und kann über einen längeren Zeitraum effizient aufgenommen werden. Diese Technologie wurde bereits erfolgreich für Impfungen, Antibiotika, Insulin, Krebstherapeutika und andere Wirkstoffe getestet und hat durch unseren patentierten und skalierbaren Produktionsprozess für die benötigten Lipide das Potential bald auf den Markt zu kommen.
Fellows: DI Dr. David J.Wurm & DI Julian Quehenberger
Host: Assoz. Prof. DI Dr. Oliver Spadiut
 

>> RetinSight (vormals A-Eye) 

Software für die automatische OCT-Analyse zum Screening und Monitoring von Netzhauterkrankungen
Medizinische Universität Wien – Wien

Amir Sadeghipour und Sabine Rentz-Chorherr entwickeln an der Universitätsklinik für Augenheilkunde Algorithmen der Künstlichen Intelligenz zur automatischen Auswertung von Bildern der Optischen Kohärenztomographie (OCT). Das OCT ist ein nicht-invasives, bildgebendes Verfahren, das schnell und präzise einen 3D-Scan aufnimmt und pathologische Biomarker in allen Netzhautschichten sichtbar macht. Ziel ist es, die bereits entwickelten Algorithmen der künstlichen Intelligenz (KI) zur Marktreife zu führen. Durch die automatische Auswertung von 3D-Netzhautbildern wird die Früherkennung und Therapie erheblich verbessert. Die Vision ist, dass jeder Patient weltweit von dieser Innovation in der Augenheilkunde im Sinne personalisierter Medizin profitiert.
Fellows: Dr.-Ing. Amir Sadeghipour & Mag. Sabine Rentz-Chorherr
Host: Univ.-Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth
 

>> SNAP 

Social Network Asset Predictor – Software für die automatisierte Vorhersage von Kursveränderungen basierend auf Twitter-Nachrichten
Universität Wien – Wien 

Michael Trimmel, Markus Tretzmüller und Alexander Steiner von der „Theory and Applications of Algorithms“ Research Group der Universität Wien – Fakultät für Informatik entwickeln eine auf künstlicher Intelligenz basierende Software welche Kursveränderungen einzelner Twitter-Nachrichten vorhersagt. Verschiedenste im Rahmen von universitären Projekten erforschte Methoden der Textverarbeitung und Sentiment-Analyse, Themenmodellierung und First Story Detection bilden den Grundstein zu SNAP.
Im Rahmen des Spin-off Fellowships werden nun die einzelnen Module zu einem Framework zusammengesetzt und eine innovative Modellierung erforscht, welche es erstmals ermöglicht, sehr genaue und schnelle Kursvorhersagen aus einzelnen Twitter Nachrichten zu antizipieren.
Fellows: Michael Trimmel, BSc., Markus Tretzmüller, BSc. & DI Alexander Steiner
Host: Univ.-Prof. DI Dr. Wilfried Gansterer, MSc.
 

>> SOPHIE-smarte Dusche

Die Energiespardusche mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und Nachheizung für die wandintegrierte Kompaktlösung
Universität Innsbruck – Tirol 

SOPHIE, ist eine smarte, kompakte Duschvorrichtung die einen neuen Standard für das Duscherlebnis setzt. Das Produkt senkt den Warmwasserbedarf beim Duschen um 80%. SOPHIE arbeitet mit einem eingebauten, hocheffizienten Gegenstrom-Wärmeübertrager, der das Abwasser zum Vorwärmen des Frischwassers verwendet. SOPHIE wird derzeit gängige, ineffiziente Standard-Warmwassersysteme bei einem gleichzeitig geringeren Platzbedarf ersetzen und kann als vorgefertigte Gesamtlösung kostengünstig, einfach und schnell direkt im Bad installiert werden.
Fellow: Pavel Sevela, MSc.
Host: Assoz. Prof. Dr.-Ing. Rainer Pfluger
 

>> STAT5 inhibitors 

Targeting STAT5 oligomerization in leukemia
Veterinärmedizinische Universität Wien – Wien 

Dr. Anna Orlova von VetMedUni Wien forscht mit Unterstützung von Dr. Richard Moriggl an der Entwicklung neuer Medikamente gegen akute myeloische Leukämie (Blutkrebs). Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten gegen diese aggressive Krankheit sind sehr begrenzt. STAT5 ist bei vielen soliden und hämatopoetischen Krebsarten ein Schlüsselmolekül und wird insbesondere mit der Entstehung und dem Fortschreiten der akuten myeloischen Leukämie in Verbindung gebracht. Im Rahmen dieses Fellowships werden neuen Verbindungen, die STAT5 hemmen, in vitro und in vivo sowie in präklinischen Vorstudien validiert.
Fellow: Dr. Anna Orlova
Host: Prof. Dr. DI Richard Moriggl
 

>> TOADng 

Schnelle und lokal hochaufgelöste Messung der Gaskonzentrationsverteilung am Motorprüfstand
Kompetenzzentrum – Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH – Steiermark

Bernhard Fischbacher und seine Kollegen vom Kompetenzzentrum – Das Virtuelle Fahrzeug in der Arbeitsgruppe „Advanced Measurement and Fluid Flow Simulation“ arbeiten im Bereich der Gasmesstechnik und Spektroskopie. Im Projekt TOADng wird ein optisches Messsystem zur Bestimmung der Gaskonzentrationsverteilung innerhalb des Abgasstrangs weiterentwickelt, um es für den Einsatz am Motorprüfstand tauglich zu machen. Für die Optimierung von Abgasnachbehandlungssystemen wie SCR zur NOx Reduktion ist die Konzentrationsverteilung innerhalb des Abgasrohrs einer der wichtigsten Faktoren. Der innovative Ansatz dieser Messtechnik ermöglicht sehr hohe Abtastraten und erstmals Einblicke in die dynamischen Abläufe im Abgasstrang. Zusätzlich kann die Messdauer beim Kunden pro Messpunkt von mehreren Stunden auf wenige Sekunden reduziert werden was eine enorme Kostenreduktion dieser Untersuchungen mit sich bringt.
Fellow: DI Bernhard Fischbacher, BSc.
Host: Univ.-Doz. Dr. Bernhard Brandstätter

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2) Geförderte Projekte 2. Runde

Im Rahmen der 2. Einreichfrist des Programms „Spin-off Fellowships“ (23.02.2018 – 19.07.2018) wurden von insgesamt 30 eingereichten Anträgen 7 Anträge im Rahmen der Sitzung des Bewertungsgremiums zur Förderung empfohlen. Die Empfehlung wurde durch das zuständige Ministerium (BMBWF) genehmigt. Die genehmigte Bundesförderung beträgt 2,5 Mio EUR.
 

>> CarboFeed

CO2 fixierende Hefe als Futtermittel
Universität für Bodenkultur - Wien

Michael Egermeier und Thomas Gaßler forschen beide an industriell relevanten Hefestämmen am Department für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung einer Hefe-Plattform welche das Klimagas CO2 als Rohstoff erschließt. Im Fellowship wird das Herstellungsverfahren dieser Hefestämme weiterentwickelt um mit dieser Technologie anschließend ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die nachhaltig produzierte Hefe kann in weiterer Folge als Futtermittelzusatzstoff Anwendung finden und so konventionelle und klimaschädliche Proteinquellen (z.B. Sojamehl) in Futtermitteln ersetzen.
Fellows: Dipl.-Ing. Michael Egermeier, Dipl.-Ing. Thomas Gaßler
Host: Univ. Prof. DI Dr Diethard Mattanovich
 

>> CellEctric Biotech

Entwicklung eines innovativen Filters (smartEDF) zur elektrodynamischen Manipulation biologischen Materials
AIT Austrian Institute of Technology GmbH - Wien

Klemens Wassermann und sein Team entwickeln in der Competence Unit Molecular Diagnostics des Austrian Institute of Technology neue, auf elektrodynamische Prinzipien beruhende Anwendungen für die Diagnostik und Biotechnologie. Eine in diesem Rahmen entwickelte Technologie ermöglicht unter anderem eine spezifische und schnelle Aufreinigung von Pathogenen aus Blut, um die Sepsis Diagnose zu beschleunigen. Im Rahmen des Spin-off Fellowships wird nun ein Prototyp entwickelt, der die im Labormaßstab gezeigten Anwendungen demonstriert sowie eine Ausgründung vorbereitet.
Fellow: Mag. Klemens Wassermann
Host: Dr. Martin Jung
 

>> CURRATEC

Neues Epoxidharzsystem mit on-Demand Härtung
Technische Universität - Wien

Christoph Schnöll, Moritz Mitterbauer und Daniel Grunenberg werden im Zuge des Projektes „CURRATEC“ (www.curratec.com) an der Technischen Universität Wien am Institut für Angewandte Synthesechemie die Technologie der Frontalpolymerisation weiterentwickeln, um eine erfolgreiche Kommerzialisierung zu realisieren. Mit Hilfe dieser neuartigen Technologie sollen Epoxidharzsysteme etabliert werden, welche hocheffizient in kürzester Zeit mittels Licht ausgehärtet werden können. Damit wird die Produktion von Faserverbundwerkstoffen welche z.B. im Automobil- und Schiffsbau, in der Luft- und Raumfahrt, oder auch in der Windenergie eingesetzt werden um ein Vielfaches erleichtert. Anstelle von großen Öfen, in denen die Bauteile teilweise tagelang ausgehärtet werden müssen, wird in Zukunft nur mehr eine kleine Taschenlampe nötig sein. Kurze Bestrahlung einer kleinen Stelle reicht aus, um das gesamte Bauteil – auch unter Wasser – auszuhärten. In enger Zusammenarbeit mit Interessenten aus der Industrie, soll nun das bereits patentierte System, unter Beachtung der einzelnen Anforderungsprofile, angepasst und optimiert werden.
Fellows: DI Christoph Schnöll, DI Moritz Mitterbauer, Daniel Grunenberg, M.Sc
Host: Prof. DI Dr Robert Liska
 

>> FlowMe

Software für die automatisierte Analyse von Durchflusszytometerdaten zur Detektion von Krebszellen
Technische Universität Wien -  Wien

Markus Diem und Florian Kleber vom Computer Vision Lab der TU Wien entwickeln eine Methode zur automatischen Detektion von Krebszellen in Knochenmarksproben von Leukämiepatienten. Für die wirtschaftliche Verwertung wird eine Software, FlowMe, zur Marktreife geführt, die helfen soll für jeden Patienten die ideale Therapie zu finden.
Fellows: Dr. Markus Diem, Dr. Florian Kleber
Host: Dr. Michael Reiter, Dr. Martin Kampel
 

>> LightMatters

Nanopartikel kontinuierlich hochpräzis vermessen
Medizinische Universität Graz - Steiermark

Christian Hill und Gerhard Prossliner von der Arbeitsgruppe Nanomedizin des Lehrstuhls für Biophysik entwickeln zusammen mit ihrem Team am Gottfried Schatz Forschungszentrum der Medizinischen Universität Graz die neue OF2i Messgeräte-Technologie (kurz für OptoFluidic Force induction) zur hochpräzisen und kontinuierlichen online Charakterisierung von Nanopartikeln.
Das aktive OF2i Messprinzip erlaubt erstmalig die statistisch relevante Vermessung zentraler Funktionsparameter dieser an sich unsichtbaren, winzigen Teilchen im Durchfluss. Dies eröffnet neue Entfaltungsmöglichkeiten des enormen Anwendungspotentials dieser Partikel durch Forschung und setzt gleichsam neue Maßstäbe in der industriellen Qualitätssicherung und Prozesssteuerung. Optimierte Qualität und Reduktion der Produktionskosten werden ermöglicht, z.B. in der pharmazeutischen Technologie oder der Biotechnologie.
Ausgehend vom existierenden Labordemonstrator wird im Zuge des Projekts ein validierter, automatisierter und kundenplatzierbarer Labormessgerät-Prototyp realisiert, welcher von diversen SchlüsselkundInnen in realer Einsatzumgebung evaluiert wird. Dieser Prototyp liefert die Basis für eine seriennahe Produktion für bereits interessierte KundInnen und legt damit den Grundstein für die wirtschaftliche Verwertung der OF2i Technologie innerhalb eines produzierenden High-Tech Spin-offs.
Fellows: Dr. Christian Hill, DI Gerhard Prossliner, BSc
Host: Assoz.-Prof. Dr. Ruth Prassl
 

>> NewGen SLM Powder

New generation of stainless steel powder for enhanced additive manufacturing process
Technische Universität Graz – Steiermark

Mateusz Skalon from Institute of Materials Science, Joining and Forming at Technische Universität Graz has developed the modification process of steel powders utilised for Selective Laser Melting (SLM) that allow to eliminate the need of supporting the printed components during the printing process. This extends freedom of design by enabling a unique feature of horizontal printing without supports. The process allows also for recycling the old powders and brings back their initial characteristics. With this unique technology it is planned to enter the rapidly (27% per annum) growing market of additive manufacturing.
Fellow: Dr. Mateusz Skalon
Host: Univ.-Prof. DI Dr. Christof Sommitsch
 

>> Viwax

Lysophosphatidylcholin im Einsatz gegen Amerikanische Faulbrut
Universität Graz - Steiermark

Faulbruterkrankungen sind weltweit auftretende, verheerende bakterielle Bruterkrankungen der Honigbiene. Epidemieartige Ausbrüche verursachen weltweit in der Honigwirtschaft und in der Lebensmittelerzeugung aufgrund der Bestäubungsleistung der Bienen immensen wirtschaftlichen Schaden. Adulte Bienen sind aufgrund eines im Darm vorkommenden lipidartigen Naturstoffs, Lysophosphatidylcholin (LPC), immun. Ziel dieses Projektes ist es, die patentierte Erfindung der antibiotikafreien Faulbrutbehandlung mit LPC, das in Bienenwachs eingebracht wird, zur Marktreife zu entwickeln und die Praxistauglichkeit, sowie Wirksamkeit der Methode unter Realbedingungen zu zeigen.
Fellows: PD. Dr. Wolfgang Schühly, Dr. Ulrike Riessberger-Gallé, Dr. Javier Hernández López
Host: Prof. Dr. Thomas Schmickl

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3) Geförderte Projekte 1. Runde

Im Rahmen der 1. Einreichfrist des Programms „Spin-off Fellowships“ (07.09.2017 – 18.01.2018) wurden von insgesamt 35 formal gültig eingereichten Anträgen 8 Anträge im Rahmen der Sitzung des Bewertungsgremiums zur Förderung empfohlen. Die Empfehlung wurde durch das zuständige Ministerium (BMBWF) genehmigt. Die genehmigte Bundesförderung beträgt 2,7 Mio EUR.

>> ALDOX

Enzymatische Joghurt-Alternative und bioaktive Aldobionsäuren
Universität für Bodenkultur – Wien

Bakterienfreie Joghurt-Alternative

Marita Preims und Christian Leitner vom Arbeitsbereich Lebensmittelbiotechnologie am Institut für Lebensmitteltechnologie der Universität für Bodenkultur Wien entwickeln effiziente und gesundheits- und umweltverträgliche Produktionsprozesse für bioaktive Moleküle. Dabei werden neue Anwendungen ermöglicht wie zum Beispiel die Produktion einer bakterienfreien Joghurt-Alternative. Eine bakterienfreie Joghurt-Alternative ist ein neues Milchprodukt und kann auch von immunsupprimierten Personen konsumiert werden. Mit der Förderung werden Produktionsprozesse und daraus entstehende Produkte weiterentwickelt und getestet, um sie zukünftig in einem eigenen Unternehmen zu verwerten.
Fellows: DI Marita Preims & DI Dr. Christian Leitner
Host: Dr. Roland Ludwig

>> concreteX

Gestickte Textile Bewehrungen für Betonbauteile im Ingenieurwesen
Universität Innsbruck – Tirol 

Bauen mit Textilbeton

Matthias Egger und Christoph Waltl vom Arbeitsbereich für Massivbau und Brückenbau am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften entwickeln gestickte textile Bewehrungen für den breiten Einsatz im Betonbau.
Für die wirtschaftliche Verwertung werden der Einsatz bei der Verstärkung von bestehenden Brückenbauten und die Anwendung im Fertigteilbau anvisiert. Nun werden Kleinversuche, Bauteilversuche, Produktmuster und Prototypen produziert, um die Machbarkeit zu demonstrieren. Schon jetzt gibt es konkretes Interesse, die neue Technologie zur Verstärkung einer bestehenden Brücke einzusetzen.
Fellows: DI Matthias Egger, BSc. & DI Christoph Waltl, BSc.
Host: Dr.-Ing. Jürgen Feix & Dr. Thomas Bechtold

>> HyFish

Fischschutz an Wasserkraftanlagen mit elektrifiziertem Seilrechen
Universität Innsbruck – Tirol 

Fische effektiv schützen

Barbara Brinkmeier vom Arbeitsbereich Wasserbau am Institut für Infrastruktur wird mit der Förderung einen Elektro-Fischschutzseilrechen weiterentwickeln und marktfähig machen. Im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie müssen an allen Wasserkraftanlagen geeignete Fischschutzeinrichtungen errichtet werden. Nun wird die an der Universität Innsbruck entwickelte Fischschutzeinrichtung an Demonstrationsanlagen umgesetzt. Mit den gesammelten Betriebserfahrungen und dem entsprechenden unternehmerischen Know-how soll die Technologie dann kommerziell vermarktet werden.
Fellow: DI Dr. Barbara Brinkmeier
Host: Dr.-Ing. Markus Aufleger

>> Immuno QCM 

Funktionalisierung einer Quarzmikrowaage zur selektiven Detektion von Biomolekülen
Universität Wien – Wien 

Diagnose- und Therapieverfahren optimieren

Thomas Werzer und Michael Nardai entwickeln in der Arbeitsgruppe für Sensorik und Schnellanalytik an der Fakultät für Chemie (unter Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Lieberzeit) ein Sensorsystem, das die Therapie von Autoimmunerkrankungen effizienter gestalten soll. Diese Form der Behandlung wird heutzutage mittels hochselektiver Filter durchgeführt. In der zu kommerzialisierenden Anwendung soll die Qualität der Filterwirkung im laufenden Prozess mitverfolgt werden. Ziel ist es, den optimalen Zeitpunkt des für den bei diesem Verfahren erforderlichen Filtertausches zu indizieren. In einem ersten Schritt soll dazu ein Demonstrator entwickelt werden, um die Realisierbarkeit dieses Vorhabens zu veranschaulichen.
Fellow: Mag. Dr. Thomas Werzer & Mag. Dr. Michael Matthias Nardai
Host: Dr. Peter Lieberzeit

>> MoBraille 

Weiterentwicklung eines ringförmigen, mobilen Braille-Displays zur Marktreife als Basis für Spin-off zur IP-Verwertung
Technische Universität Wien – Wien 

Braille-Schrift zum Mitnehmen 

An der TU Wien entstand die Idee für das Projekt „MoBraille“, das die Nutzbarkeit der Brailleschrift für moderne elektronische Medien revolutionieren soll. Prof. Wolfgang Zagler und sein Team, Istvan Déak und Michael Treml (Fellows des Spin-off Fellowship)entwickeln ein neuartiges Braille-Lesegerät.
„Seit Jahrzehnten weiß man, dass die Frage nach dem optimalen Braille-Display nicht zufriedenstellend gelöst ist“, sagt Wolfgang Zagler. „Es gab immer wieder verschiedene Ansätze – mit elektromagnetisch gesteuerten beweglichen Stiften, mit Piezoelementen und anderen Technologien, aber all diese Konzepte hatten ihre Nachteile.“ Manche Displays haben einen hohen Stromverbrauch oder eine recht begrenzte Haltbarkeit, sie sind allenfalls für den Einsatz im Büro geeignet, aber nicht transportabel, sie sind technisch kompliziert und daher meist sehr teuer.
Mit „MoBraille“ wird die Blindenschrift nicht mehr auf einer unbeweglichen Zeile angezeigt. Stattdessen tastet man das Innere eines drehbaren Rings ab. Ähnlich wie eine Computermaus kann man den Ring anfassen und über die Tischoberfläche ziehen. Der Zeigefinger befindet sich dabei im Inneren des Ringes, und dort ertastet man die Buchstaben, die bei jeder Umdrehung des Rings neu gebildet werden. So entsteht beim Lesen der Eindruck einer unendlich langen Zeile.
Fellow: István Deák, MSc. & DI Michael Treml
Host: DDDr. Thomas Angeli

>> MoldSonics 

Ultraschall-basierte Prozessüberwachung im Spritzgießen
Johannes Kepler Universität Linz – Oberösterreich 

Spritzgießen überwachen

Bernhard Praher vom Institut für Polymer-Spritzgießtechnik und Prozessautomatisierung an der Johannes Kepler Universität Linz entwickelt neuartige ultraschallbasierte Sensorik für die Kunststoffverarbeitung. Für die Überwachung und Steuerung eines der wichtigsten Verfahren der Kunststoffherstellung, dem Spritzgießen, soll ein Prototypensystem aufgebaut und in der industriellen Praxis getestet werden. Diese nicht-invasive Messung erlaubt die Ermittlung einer Vielzahl von produkt- und prozessspezifischen Parametern während des Herstellungsprozesses und hilft somit, Ausschuss zu vermeiden und die Kosten der Produktion deutlich zu senken.
Fellow: DI Dr. Bernhard Praher
Host: Dr. Georg Steinbichler

>> PiTech 

Anwendungsspezifische Farb- und Funktionspigmente
Universität Innsbruck – Tirol 

Neue Farbpigmente

Der Chemiker Daniel Schildhammer hat an der Universität Innsbruck anorganische Farb- und Funktionspigmente weiterentwickelt. Diese werden nun für den Einsatz in Farben, Lacken, Kunststoffen und Baumaterialien getestet, um sie anschließend im Rahmen eines eigenen Unternehmens zu verwerten. Im Gegensatz zu den aktuellen kommerziellen Pigmenten zeichnen sich die in Innsbruck weiterentwickelten Pigmente dadurch aus, dass sie aus unbedenklichen Materialien bestehen, meist kostengünstiger sind und gleichzeitig die für industrielle Anwendungen benötigten optischen Eigenschaften aufweisen.
Fellow: Dr. Daniel Schildhammer, MSc.
Host: Dr. Hubert Huppertz

>> ZKS Trenntechnik 

Weiterentwicklung eines Dichtetrennverfahrens und Erschließung von Märkten für diese Aufbereitungstechnologie
Montanuniversität Leoben – Steiermark

Neues Anlagenkonzept zur nassen Dichtetrennung von Abfallfraktionen

Daniel Schwabl und Markus Bauer haben an der Montanuniversität Leoben ein robustes, kompaktes und effizientes Anlagenkonzept zur nassen Dichtetrennung insbesondere von Altkunststoffen aus gemischten Abfallfraktionen entwickelt. Aufgrund gesteigerter EU-Recyclingquoten für Kunststoffe (von 30% in 2018 auf 50% bis 2025 bei Verpackungen) und des chinesischen Importstopps kann die Technologie ungenutzte Kunststoffpotentiale für eine Kreislaufführung erschließen und somit einen wertvollen Beitrag zur effizienten Ressourcennutzung leisten. Als nächster Schritt soll die Technologie bis zur Marktreife durch Detail Engineering einer mobilen Demonstrationsanlage geführt und durch die Erarbeitung gründungsrelevanter Kompetenzen die Verwertung in einem Unternehmen vorbereitet werden.
Fellow: DI Dr. Markus Bauer & DI Daniel Schwabl
Host: Dr.-Ing. Markus Lehner

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Kontakt

Mag. Markus Pröll-Schobel
Mag. Markus Pröll-Schobel
Programmleitung
T +43 5 7755 2407
markus.proell-schobel@ffg.at
Mag. (FH) Barbara Lohwasser
Mag. (FH) Barbara Lohwasser
stv. Programmleitung
T +43 5 7755 2201
barbara.lohwasser@ffg.at
Mag. Brigitte Bednar MBA
Mag. Brigitte Bednar MBA
Programm-Management
T +43 5 7755 2410
brigitte.bednar@ffg.at

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